„Bienen sind Leben – mehr als Honig“
Parlamentarischer Abend in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt

Als großen Erfolg für die politische und öffentliche Wahrnehmung der Probleme im Zusammenhang mit der notwendigen Verbesserung bei der Unterstützung der Imkerei im Land Sachsen-Anhalt wertet der 1. Vorsitzendes des Imkerverbandes Sachsen-Anhalt e.V., Herr Falko Breuer, den Parlamentarischen Abend in der Landesvertretung welchen der Verband mit maßgeblicher Unterstützung des Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt veranstaltet hat.

Herr Breuer konnte 120 Gäste in Berlin begrüßen, darunter den Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Herrn Dr. Aeikens, sowie  Bundes- und Landtagsabgeordnete, Vertreter aus Umweltverbänden und Forschungseinrichtungen.   Die guten Besucherzahlen der Veranstaltung zeugen von einem wachsenden Problembewusstsein für die Honigbienen, erklärte Breuer im Anschluss an die Veranstaltung. Einig waren sich die Gäste, dass der Parlamentarische Abend ein besonderer Abend war, weil eine derartige Veranstaltung zur Bienenhaltung bisher noch nicht stattgefunden hat.   Falko Breuer führte unter anderem aus: Auf Grund der sehr geringen Bienenvölkerdichte in Sachsen-Anhalt  braucht das Land mehr  Imkerinnen und Imker, damit die zur Bestäubung notwendigen Völkerbestände dauerhaft zur Verfügung stehen. Die Imker -Nachwuchsgewinnung ist deshalb sehr wichtig für den Imkerverband Sachsen-Anhalt. Auch die Gesunderhaltung der Bienenvölker, die Zucht von krankheitsresistenteren Bienen und die Unterstützung der Bienenhalter bei der Erneuerung ihrer Imkereigeräte sind in diesen Zusammenhang notwendig. Die sachsen-anhaltinischen Imkerschaft freut sich, dass in den letzten Jahren auch bei der Landesregierung die Erkenntnis gewachsen ist, die direkte Unterstützung von Imkerinnen, Imkern und Imkervereinen neu zu organisieren und zu verbessern. Bei der Nachwuchsgewinnung sind die vom Imkerverband aufgebauten Bienenlehrstände und Neuimkerausbildungskurse in Seehausen, Haldensleben, Dessau-Roßlau und Nebra auch bei baulichen Maßnahmen zu unterstützen. Noch gezielter ist den Imkeranfängern zu helfen. Auch die Zucht der Honigbiene in Sachsen-Anhalt sollte durch eine intensivere Förderung von Maßnahmen auf den Belegstellen effektiver ausgerichtet werden. Gut ist, dass das Land Sachsen-Anhalt eine Belegstellenverordnung erlassen hat – hier beneiden uns andere Bundesländer. Um die Bienengesundheit zu verbessern und die alle 3 bis 4 Jahre höheren Völkerverluste in den Herbst- und Wintermonaten von bis zu 30 % zu reduzieren, sind neue Wege zu gehen. Neben der weiteren Ursachensuche des sogenannten „Bienensterbens“ muss eine ortsnahe Schulung der Imkerschaft aufgebaut werden. Dazu sollte die Einbindung der Veterinärämter der Landkreise und kreisfreien Städte mit den gemeinsam ausgebildeten Bienensachverständigen verbessert werden.   Die Bienenhaltung war in diesem Jahr zweimal Thema im Landtag.  In die Erstellung einer Förderrichtlinie und in die Bearbeitung eines Konzeptes zur Bekämpfung der Varroa-Milben ist Bewegung gekommen. Auch der Monitoringplan zur Überwachung der Bienenseuchen soll und muss zeitnah erstellt werden. In Anbetracht, dass das Förderjahr schon am 01. September begonnen hat, wäre es für die Imker wichtig, dass ab dem 01. Januar 2014 eine rechtsgültige Förderrichtlinie vorliegt und damit Klarheit herrscht, was genau unterstützt wird. Herr Breuer  übergab Herrn Minister Dr. Aeikens, welchen er als engagierten Mitstreiter für die Imkerei ankündigte, mit dem Spruch: „Wer Bienen hält und die Bienenhaltung direkt unterstützt, wird die Welt immer ein klein wenig besser hinterlassen, als er sie vorgefunden hat.“ das Wort. Der Minister fand klare Worte und sage zu, dass das Land Sachsen-Anhalt den eingeschlagenen Weg zur besseren Unterstützung der Imkerinnen und Imker im Land engagiert angehen wird.   Vom Leiter des Länderinstitutes für Bienenkunde Hohen Neuendorf, Herrn Prof. Dr. Kaspar Bienefeld, wurde der Stand und die Perspektiven der Bienenhaltung in Deutschland vorgestellt. Ergänzend zum Vortrag erläuterte Breuer, dass die Imkerzahlen seit dem Jahr 2008 in Sachsen-Anhalt wieder leicht steigen. Hatte Sachsen-Anhalt 1990 noch über 6.000 Imkerinnen und Imker, waren im Verband 2008 nur noch 1.200 organisiert. Diese Zahl ist auf aktuell 1.560 Bienenhalter durch die Neuimkerausbildung in den Imkervereinen gestiegen. Leider steigt aber die Anzahl an Bienenvölkern nicht in dem Maße. Die Bemühungen zur Erhöhung der Imker- und Bienenvölkerzahlen müssen deshalb noch effektiver fortgesetzt werden, zumal in Sachsen-Anhalt gegenwärtig nur ein Achtel der Bienenvölker pro Flächeneinheit im Vergleich zu den süddeutschen Bundesländern zu verzeichnen ist. Sachsen-Anhalt hat die geringste Bienenvölkerdichte in Europa.   Ein besonderer Höhepunkt des Parlamentarischen Abends war der Vortrag von Herrn Prof. Dr. Hans-Hinrich Kaatz von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Thema: „Faszination Bienenstaat – Königliche Diktatur oder Basisdemokratie“. Spezielle Einblicke in die Entscheidungsprozesse in einem  Bienenstaat  drängten den Vergleich zu der gegenwärtigen Bundespolitik auf.     An den Thementischen standen nach den Vorträgen Bienenhalter aus Sachsen-Anhalt Rede und Antwort. Argumente für die Notwendigkeit von Honigbienen konnten den Politikern von den 18 Imkerinnen und Imkern aus Sachsen-Anhalt so direkt vorgetragen werden. Honig aus den verschieden Regionen von Sachsen-Anhalt wurden verkostet und eine Ausstellung zur Honiguntersuchung zeigte die Qualitätsanforderungen für dieses Lebensmittel auf.   „Der Abend war ein voller Erfolg“, so Falko Breuer. „Wir sind mit der Bundes- und Landespolitik ins Gespräch gekommen und haben einen kurzweiligen Abend verbracht. Verschiedene Forderungen des Imkerverbandes Sachsen-Anhalt e.V. zur notwendigen Erhöhung der Bienenvölkerdichte in Sachsen-Anhalt konnten jetzt auch den interessierten Politikern erläutert werden. So stellen wir uns in den nächsten Jahren einen zweiten Parlamentarischen Abend zum Thema – Bienenhaltung in Sachsen-Anhalt – vor!“