5752 Pflanzenarten wachsen in Griechenland

Griechenland zählt nach einer internationalen Studie zu den artenreichsten Ländern Europas. Wie acht Botaniker aus Griechenland, Deutschland und Dänemark in dreijähriger Kooperation ermittelten, gibt es 5752 Pflanzenarten und 1893 Unterarten. Mit durchschnittlich 11,4 Bienenvölkern pro qkm verfügt Griechenland über die höchste Bienendichte Europas.

  Die Artenvielfalt wird erstmals seit 100 Jahren in einem Buch dokumentiert. Es listet alle bekannten Pflanzenarten von der Kretischen Dattelpalme bis zur Griechischen Königskerze, die in dieser Region der Erde heimisch oder eingebürgert sind. Das englischsprachige Werk trägt den Titel „Vascular Plants of Greece: An annotated checklist“ (Gefäßpflanzen Griechenlands: Eine Checkliste mit Anmerkungen). Der Botanische Garten und das Botanische Museum Berlin-Dahlem der Freien Universität Berlin war maßgeblich an dem Forschungsprojekt beteiligt und ist gemeinsam mit der Griechischen Botanischen Gesellschaft Herausgeber der Checkliste. Die 372 Seiten starke Publikation ist von großer Bedeutung für Botaniker, Vegetationskundler, Ökologen und Naturschützer. Sie wird allen relevanten Behörden und Nichtregierungsorganisationen im Umweltbereich in Griechenland als Standard-Nachschlagewerk dienen. Hobbybotaniker können ihre Naturbeobachtungen mithilfe der Checkliste präzisieren. 216 Farbfotografien auf 24 Tafeln illustrieren ausgewählte Pflanzenarten in blühendem und fruchtendem Zustand. In 15 Grafiken und 10 Tabellen werden Fakten präsentiert: Welches sind die 20 artenreichsten Pflanzenfamilien in Griechenland? Welche griechische Region ist die artenreichste? Wie viele Pflanzenarten kommen nur in Griechenland vor und nirgendwo anders auf der Welt? Aus welchen Pflanzengattungen stammen diese Raritäten? Griechenland zählt zu einem der Hotspots der Artenvielfalt weltweit und bietet von seinen fast 3000 Meter hohen Gebirgen bis zu den vielen Inseln mit langer Isolationsgeschichte überaus vielfältige Lebensräume mit jeweils ganz unterschiedlichem Lokalklima. Dadurch wurde die Entstehung neuer Arten besonders begünstigt. Die Inselwelt der Ägäis gilt gewissermaßen als Feldlabor der Evolution. Ganz besonders bemerkenswert ist jedoch die hohe Anzahl von Pflanzenarten, die ausschließlich in Griechenland vorkommen und nirgendwo anders auf der Welt. Mit 1278 Arten ist jede fünfte Pflanzenart Griechenlands nur auf das Land beschränkt.   Die Erforschung der Flora Griechenlands ist ein traditioneller Forschungsschwerpunkt des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem. Durch Kooperation mit der Griechischen Botanischen Gesellschaft und wichtigen Universitäten und Wissenschaftlern Griechenlands konnte das dreijährige Projekt jetzt erfolgreich vollendet werden. Publikation: Dimopoulos, P., Raus, T., Bergmeier, E., Constantinidis, T., Iatrou, G., Kokkini, S., Strid, A. & Tzanoudakis, D. 2013, Vascular Plants of Greece: An annotated checklist. – Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem (Berlin) & Hellenic Botanical Society (Athen). 372 Seiten, Sprache: Englisch, ISBN: 978-3-921800-88-1, 42,00 Euro Bestellung: http://www.bgbm.org/de/node/700 oder über den Buchhandel Der Botanische Garten und das Botanische Museum Berlin-Dahlem der Freien Universität Berlin ist eine botanische Sammlungs- und Forschungseinrichtung mit Bildungsauftrag. Die 1679 gegründete Einrichtung ist eine der größten und bedeutendsten ihrer Art weltweit. 22.000 Pflanzenarten werden kultiviert und umfangreiche Sammlungen dokumentieren die globale Pflanzenvielfalt. Schutz und nachhaltige Nutzung der Pflanzen sind zentrale Themen sowohl in der Forschung als auch in der Bildungsarbeit dieser Einrichtung. Forschungsschwerpunkte betreffen die Evolution und Biodiversität von astern- und nelkenartigen Blütenpflanzen sowie von Kieselalgen (Asterales, Caryophyllales, Bacillariophyta) und die Flora von Europa und des mediterranen Raumes sowie der Insel Kuba. International führend ist die Einrichtung im Bereich der Biodiversitätsinformatik. gbr   Quelle und viele Details: http://idw-online.de/de/news564474