Anbauverbot grüner Gentechnik?

Die Mehrheit der Abgeordneten im Europäischen Parlament hat am 13. Januar 2015 neuen Regeln für den Anbau von Genpflanzen zugestimmt. Einzelne EU-Staaten können den Anbau von GVO-Pflanzen leichter verbieten.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert von Agrarminister Christian Schmidt ein konsequentes Anbau-Verbot von Gentechnik-Pflanzen in ganz Deutschland, um Schäden und Kosten zu verhindern. Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW: „Gentechnik ist teuer und riskant. 85 % der Deutschen wollen keine Gentechnik auf dem Acker und im Essen. Es verursacht erhebliche Kosten, die Verunreinigung gentechnikfreier  Produkte zu vermeiden. Unternehmern, die ohne Gentechnik produzieren und diesen Markt bedienen wollen, ist nicht zuzumuten, dass sie die Zeche dafür zahlen sollen, dass andere Gentechnik nutzen.“ Auch im Hinblick auf eine Haftungsregelung, durch die nur ein Teil des Risikos von den Gentechnik-Anbauern übernommen werde, sei klar: „Anbauverbote sind das einzige Mittel, um Konflikte zwischen den Landwirten zu vermeiden und diejenigen wirkungsvoll zu schützen, die weiterhin ohne Gentechnik Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung betreiben wollen.“ In der Neuregelung ist vorgesehen, dass Mitgliedsstaaten, die den Anbau einer Genpflanze verbieten möchten, die Gentechnikkonzerne darum bitten sollen, ihr Territorium vom Antrag auf Zulassung der Pflanze auszunehmen. Diese enge Einbindung der Konzerne stößt bei einigen Parlamentariern auf Ablehnung, meldet agrarheute.com.     Quelle: PM Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) am 13.1.2015   gbr