Arbeitsbienen in Katar

In den letzten beiden Jahren hat das Umweltministerium von Katar die Ansiedlung von 30 Bienenfarmen im Norden des Landes unterstützt. In jeder Bienenfarm stehen zehn Völker. Die Bienenstände liegen strategisch günstig in der Nähe einheimischer Sidra Bäume. Aus deren Blüten sammeln die Bienen Nektar und machen daraus Al Sidr-Honig, der allgemein für medizinische Zwecke verwendet wird und der, na ja, als Aphrodisiakum gilt, als Mittel zur Steigerung des sexuellen Verlangens. Der Stoff, aus dem die Träume sind, seit der Antike.     Jetzt ist die Zeit der Honigernte. Die Imker erwarten die zweite Ernte des Jahres. Die erste Honigernte erfolgte im Juni mit einem Ertrag von 670 kg. Das Problem bei der Bienenhaltung ist die große, lang anhaltende Sommerhitze. Oft werden die Bienen von ihr getötet. Der Mangel an Trachtpflanzen steigert die Herausforderung für die Imkerei.     Die Honigernte des Landes ist gegenüber europäischen Verhältnissen klein, angegeben werden rund vier kg pro Bienenvolk. Die Preisdifferenz ist entsprechend, der einheimische Honig kostet bis zu sieben Mal mehr als der eingeführte europäische Honig. Eine Quelle nennt als Preis 150 US-Dollar pro Kilogramm.   Die Zahl der Bienenstände soll noch ausgebaut werden. Man erwartet jetzt insgesamt eine Ernte von 900 kg. Der Honig soll auf dem lokalen Farmers Markt verkauft werden.   Dass Katar wegen der inhumanen, sklavenhalterischen Arbeitsbedingungen für seine menschlichen „Arbeitsbienen“ in der internationalen Kritik steht, kann nicht verschwiegen werden. Arbeiter sterben an der großen Hitze, das haben sie mit den Honigbienen gemeinsam. Mehr über Katar auf der Internetseite des ZDF     Quellen zur Bienenhaltung in Katar: http://dohanews.co/qatar-strives-to-expand-honey-production-but-heat-a-challenge/ http://thepeninsulaqatar.com/qatar/259496-commercial-beekeeping-a-success.html     gbr