Bedeutung und Schutz der Bestäuber

Der Welt-Biodiversitätsrat IPBES fasst den aktuellen Stand des Wissens über Bestäuber auf seiner Vollversammlung in Kuala Lumpur zusammen. Die Freiburger Expertin Prof. Alexandra M. Klein erläutert im Interview die Kernbotschaften.

Hummeln als Bestäuber
Hummeln als Bestäuber © Gilbert Brockmann

„Bestäubung durch Tiere spielt eine zentrale Rolle für die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Natur. Weltweit sind fast 90 Prozent der bekannten Wildpflanzenarten zumindest teilweise auf den Transport von Pollen durch Bestäuber angewiesen.“ So beginnt die Zusammenfassung für Politikschaffende. Die Welt sähe also anders aus – wesentlich ärmer an Farben und Formen, gäbe es keine Bestäuber. Doch schon der Titel des ersten IPBES-Assessments zu „Bestäubung, Bestäubern und Nahrungsproduktion“ zeigt, dass die sogenannte Ökosystemleistung „Bestäubung“ für das menschliche Dasein eine noch wesentlich existenziellere Rolle spielt: Erntemenge und Qualität von über drei Vierteln der weltweit meist genutzten Nahrungspflanzen hängen voll oder zu einem gewissen Grad von Tierbestäubung ab. Diese Pflanzen nehmen bis zu 35 Prozent der gesamten Agrarflächen der Erde ein.

77 Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt haben das aktuelle Wissen zu einem weiten Feld von Fragen zur Bestäubung zusammengetragen:

  • Welche Rolle spielt Bestäubung für die Nahrungsproduktion?
  • Wie kann der Wert der Bestäubung für die Gesellschaft wirtschaftlich bemessen werden?
  • Schwinden wilde oder domestizierte Bestäuber-Tierarten regional oder weltweit, und wodurch?
  • Welche sind die Folgen eines Bestäuber-Schwundes für die Ernährungssicherheit, den sozialen Zusammenhalt und auch die Wirtschaft?
  • Und welche Optionen haben Politik und Gesellschaft, um die wertvollen Leistungen zu erhalten?

Am 26. Februar 2016 wurde der Bericht zu Bestäubung, Bestäubern und Nahrungsproduktion sowie seine Kurzfassung für Politikschaffende (Summary for Policy Makers SPM) von der IPBES-Vollversammlung in Kuala Lumpur verabschiedet.

Eine kurze Zusammenfassung der Kernbotschaften des Berichtes sowie Interviews mit zwei beteiligten deutschen Wissenschaftlern lesen Sie hier: http://www.biodiversity.de/index.php/fuer-presse-medien/top-themen-biodiversitaet/5969-ipbes-4-bestaueber-spm-verabschiedet   Interview mit Prof. Alexandra M. Klein, Universität Freiburg: http://www.biodiversity.de/fuer-presse-medien/experteninterviews/5967   Quelle und mehr: https://idw-online.de/de/news646774 (Sebastian Tilch)   Siehe auch ADIZ/die biene/Imkerfreund, 12/2015, Seite 14 ff. sowie demnächst in der April-Ausgabe 2016