Bemühungen um Artenvielfalt müssen intensiviert werden

Der Insektenschutz in landwirtschaftlichen Gebieten zielt in erster Linie auf blütenbesuchende Arten – vor allem Wildbienen – ab, die wirtschaftlich bedeutende Nutzpflanzen bestäuben. Damit wird lediglich eine kleine Gruppe von Insekten geschützt, während die Vielzahl der seltenen und damit stärker bedrohten Arten nicht von den Maßnahmen profitiert.

Kuckucksbienen sammeln keine Pollen für ihre Nachkommen, sondern legen ihre Eier in die Nester verwandter Bienenarten. Sie spielen für die Pflanzenbestäubung keine Rolle.
Kuckucksbienen sammeln keine Pollen für ihre Nachkommen, sondern legen ihre Eier in die Nester verwandter Bienenarten. Sie spielen für die Pflanzenbestäubung keine Rolle. © Nico Vereecken

Um die Vielfalt zu sichern, müssen daher zusätzliche Maßnahmen getroffen werden, die speziell Lebensräume für seltene Insekten aufrechterhalten und wirtschaftliche Motive außer Acht lassen. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie, für die Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein, Inhaberin der Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg, die Bedeutung von Wildbienen bei der Befruchtung von Nutzpflanzen untersuchte. Der Biologe Dr. David Kleijn von der Universität Wageningen/Niederlande leitete das Vorhaben, an dem sich 57 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligten. Das Team veröffentlichte die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Communications.

Die Produktion einiger landwirtschaftlicher Kulturen und damit die Nahrungsversorgung des Menschen hängen von der Insektenbestäubung ab. Häufige Arten wie Honigbienen, Erdhummeln, Mauerbienen sowie einige Sand- und Furchenbienen spielen dabei eine zentrale Rolle. Ihr Schutz kommt deshalb nicht nur der Umwelt zugute, sondern hat auch einen wirtschaftlichen Mehrwert und ist zudem relativ einfach: Bereits wilde Grünflächen, Hecken und Blumeninseln sind wirkungsvolle Mittel. Dagegen bestäubt die Mehrzahl der sehr seltenen und stark gefährdeten Wildbienenarten wie die Schöterich-Mauerbiene nur wenige Pflanzen. „Viele Wildbienen sind auf bestimmte Pflanzenfamilien – zum Beispiel Glockenblumengewächse – spezialisiert und werden durch Blütenmischungen in Agrarlandschaften, in denen ihre Futterressourcen fehlen, nicht gefördert“, sagt Klein. Ihre spezifischen Nistplatzansprüche seien ebenfalls nicht mehr vorhanden. (…).

Quelle und mehr: https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2015/pm.2015-06-17.87