Bestäubung mit Köpfchen

Eine australische Bienenart hat ihre ganz eigene Art, mit schwierigen Blüten umzugehen: ruckartige, schnelle Kopfbewegungen lösen den Pollen aus Tomatenblüten. Diese Art der Bestäubung ist einmalig und wurde nun zum ersten Mal beobachtet.

die Blaugebänderte Biene
die Blaugebänderte Biene © Callin Switzer

Bei Tomatenblüten sitzt der Pollen sehr fest in den Staubgefäßen. Bestäuber wie Hummeln lösen den Pollen, indem sie die Blüte mit Hilfe ihrer Flugmuskeln schütteln. Die australischen „Blau-gebänderten Bienen“ haben eine andere Technik: Sie klopfen mit ihrem Kopf ruckartig und in hoher Frequenz auf die Staubgefäße. Diese bewegen sich dadurch ähnlich einem Salzstreuer und geben den Pollen ab. Das Verhalten beobachtet man nur bei dieser Art. Die Technik erweist sich als sehr effektiv: Diese Bienen bleiben kürzere Zeit auf den Blüten und schütteln nur einmal, bevor sie abfliegen. Die in Australien eingeführten Hummeln dagegen schütteln mehrfach, bevor sie mit der Pollenausbeute zufrieden sind. Die Forscher vermuten eine bessere Bestäubungsleistung durch die einheimische Art. Sie möchten die Technik mit Flugrobotern nachbauen, um Kulturen in Gewächshäusern effektiver zu bestäuben.   Ein Video und einen Link zu dem Original-Artikel finden Sie hier.   Dr. Claudia Garrido