Bettwanzen trotzen Neonikotinoiden

Bettwanzen (Cimex lectularius) breiten sich vor allem in den USA verstärkt aus. Ihre Blutmahlzeit beim Menschen erzeugt starken Juckreiz. Nun haben Wissenschaftler bereits Resistenzen gegen die chemische Bekämpfung entdeckt.

Bettwanze auf menschlicher Haut bei einer Blutmahlzeit
Bettwanze auf menschlicher Haut bei einer Blutmahlzeit © Piotr Naskrecki

Bettwanzen entwickeln nämlich Abwehrkräfte gegen die Neonikotinoide, die zu ihrer Bekämpfung eingesetzt werden. Die Forscher setzten frei eingesammelte Bettwanzen unterschiedlich hohen Dosen der Gifte aus und verglichen dies mit der Wirkung bei Bettwanzen, die seit ein und fünf Jahren und seit drei Jahrzehnten in Laboren gehalten wurden, ohne dass sie einem Gift ausgesetzt waren. Die Labortiere starben bei niedrigster Gabe, die aus Wohnungen eingesammelten Insekten vertrugen eine vielfach erhöhte Dosis, vom 160-fachen bis zum 33-tausendfachen. Die Bettwanzen können nämlich Enzyme bilden, die das verabreichte Gift abbauen – die Wirkung von Imidacloprid, Thiomethoxam und ähnlicher Präparate verpufft. Gleichwohl werden diese Wirkstoffe in den USA verstärkt angewendet, so die Wissenschaftler. In der Landwirtschaft gelten Neonikotinoide auch als Ursache von Bienenvergiftungen. gbr     Quelle (in englischer Sprache):   http://jme.oxfordjournals.org/content/early/2016/01/22/jme.tjv253