Bienen finden im Spätsommer keine Nahrung mehr

Umwelt- und Imkerverbände fordern einen Stopp des Pestizideinsatzes auf Grünland. Den Bienen gehen im Sommer die letzten Weidegründe verloren.

Artenreiches Grünland schützen.
Artenreiches Grünland schützen. © Gilbert Brockmann

„Wir fordern einen sofortigen Stopp des Pestizideinsatzes auf artenreichem Grünland“, erklärt Manfred Hederer, Präsident der deutschen Berufsimker. „Nur dadurch können unsere Bienen im Sommer überhaupt noch Nahrung finden“, so der Imker,  „außerdem verlieren sonst viele weitere Insekten und die letzten Wiesenbrüter ihre wichtigen Lebensräume.“ In der Bundesrepublik umfasst das Grünland noch knapp 5 Millionen Hektar. Es ist damit ein prägendes Element der Agrarlandschaft von hohem ästhetischen Wert.

Völlig unverständlich ist für die Naturschützer, dass Pestizide auf Grünland eingesetzt werden, um unerwünschte blühende Wildkräuter zu beseitigen. Landwirte sprühen bundesweit Herbizide (Pflanzenvernichtungsmittel), um höhere Erträge auf den Wiesen zu erzielen. Die öffentliche Hand unterstützt diese Praxis. So verbreitet die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft derzeit eine über 20-seitige farbige Broschüre mit dem Titel „Unkrautmanagement auf Wiesen und Weiden“. Darin werden seitenweise Blühpflanzen unter der Rubrik „minderwertige Platzräuber“ aufgelistet und chemische Bekämpfungsmaßnahmen empfohlen.

Grünlandflächen ohne Herbizideinsatz bieten mit einer Vielfalt an Strukturen und zeitlich gestaffelten Blühabfolgen eine große Vielfalt an Nahrungs- und Lebensräumen für zahlreiche Tiere. Hier finden Vögel, Amphibien und eine Vielzahl von Insektenarten ihre Nahrung. Aufgrund des hohen Artenspektrums spielt der Erhalt artenreicher Grünlandflächen eine ganz wesentliche Rolle bei der Erreichung von nationalen und internationalen Biodiversitätszielen.

Am 27. August 2014 hat Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) die deutschen Bauern- und Gartenverbände zu einem Treffen in sein Ministerium nach Berlin eingeladen. Es soll unter anderem über den Pflanzenschutz und seine Akzeptanzprobleme beraten werden.

Quelle:
Gemeinsame PM Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB), Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND), Greenpeace, Naturschutzbund (NABU) und Pestizid Aktions- Netzwerk (PAN Germany).

gbr