Bienen kennen ihren “Spritverbrauch”

Da die Entfernung zu den verschiedenen Futterquellen variiert, passen die Flugbienen beim Verlassen des Stockes die für die Strecke benötigte Honigmenge dem jeweiligen zu erwartenden Energieverbrauch an.


Bei der Beschaffung von Futter brauchen Flugbienen Energie. Folglich müssen sie Honig aufnehmen, bevor sie zum Sammeln ausfliegen. Da die Entfernung zu den verschiedenen Futterquellen variiert, passen sie die erforderliche Honigmenge dem jeweiligen zu erwartenden Energieverbrauch an. Heimkehrende Bienen informieren ihre Kolleginnen im Stock beim Schwänzeltanz nicht nur über die Lage, Entfernung und Menge der Futterquelle. Offensichtlich übermitteln Tänzerinnen auch die Information über die benötigte Energie. Allerdings nehmen nachfolgende Sammlerinnen zunächst eine größere Menge Honig auf als unbedingt nötig. Erst wenn sie die Trachtquelle kennen, passen sie die Honigmenge exakter an den Energiebedarf an. Forscher aus Japan haben nun einer aktuellen Studie zufolge aber noch eine weitere Entdeckung gemacht. Ändert sich die Art der Trachtquelle, verändern die Sammlerinnen die aufgenommene Honigmenge. So nehmen Bienen mehr Honig auf, wenn die Futterquelle neben Nektar auch Pollen bietet. Die Wissenschaftler vermuten, dass Bienen sich darauf einstellen, mit dem Honig – neben dem Flugverbrauch – auch Pollen zur transportfähigen Form, den Pollenhöschen zu verkleben.   Dr. Heike Ruff   Quelle: Ken-ichi Harano et al: Honeybee foragers adjust crop contents before leaving the hive; Behavioral Ecology and Sociobiology; July 2013, Volume 67, Issue 7, pp 1169-1178, DOI: 10.1007/s00265-013-1542-5