Bienen siegen vor Gericht.

Pflanzenschutzmittel dürfen Nahrungsquellen von Bienen nicht vergiften.

 

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat mit zwei Urteilen am 21. August 2013 entschieden, dass bienengefährliche Pflanzenschutzmittel u.a. auf Kartoffeln bereits dann nicht mehr angewandt werden dürfen, wenn damit zu rechnen ist, dass Bienen innerhalb des Wirkungszeitraums des Mittels die behandelten Pflanzen auf der Nahrungssuche anfliegen.     Ein Landwirt hatte 2006 seine Kartoffelpflanzen mit einem bienengefährlichen Pflanzenschutzmittel behandelt. Dies habe er unterlassen müssen. Denn seine Kartoffelpflanzen seien damals stark mit Blattläusen befallen gewesen, so dass sich Honigtau gebildet und Bienen angelockt habe. Tatsächlich hätten deshalb Bienen die Felder beflogen und seien massenhaft verendet.      Die komplette PM des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts steht hier: http://www.oberverwaltungsgericht.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=22004&article_id=117519&_psmand=134      In einer ersten Reaktion hat Dorothea Frederking, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt diese Entscheidung begrüßt: "Mit diesem Urteil wird die besondere Bedeutung der Bienen für die Sicherstellung der Ernährung unterstrichen.“ Weiter heißt es bei den Grünen: „Sachsen-Anhalt hat mit 0,5 Bienenvölkern pro Quadratkilometer die niedrigste Bienendichte. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 1,7 Bienenvölkern pro Quadratkilometer. Für eine ausreichende Bestäubungsleistung sind auf dieser Flächeneinheit drei bis vier Bienenvölker erforderlich – dieses erreicht nur Berlin.“  
gbr