Bienen sind wie Staubsauger

Diesen Vergleich zog Professor Randolf Menzel auf einer vom Verein Mellifera e.V. organisierten Pressekonferenz „Neue Argumente für ein Pestizidverbot am Europäischen Gerichtshof“ am 28. November 2014 im Berliner Bundespresseamt.

Die Gesprächspartner zur Pressekonferenz v.l.n.r.: Prof. Dr. Dr. Randolf Menzel, FU Berlin, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Thomas Radetzki, Koordinator des „Bündnis zum Schutz der Bienen", Dr. Achim Willand, Rechtsanwalt Kanzlei GGSC, Berlin.
Die Gesprächspartner zur Pressekonferenz v.l.n.r.:
Prof. Dr. Dr. Randolf Menzel, FU Berlin, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Thomas Radetzki, Koordinator des „Bündnis zum Schutz der Bienen“, Dr. Achim Willand, Rechtsanwalt Kanzlei GGSC, Berlin. © Kerstin Neumann

Für das Bündnis zum Schutz der Bienen präsentierten dessen Koordinator und Geschäftsführer von Mellifera e.V. Thomas Radetzki sowie der Rechtsanwalt Dr. Achim Willand, der das Bündnis in den drei Verfahren gegen die Chemiekonzerne Bayer, Syngenta und BASF in Brüssel vertritt, die wichtigsten neuen Argumente und Fakten über die Gefährlichkeit der Neonicotinoide.   Professor Dr. Dr. Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin berichtete über neue wissenschaftliche Ergebnisse, die er selbst, aber auch Wissenschaftler in verschiedenen Ländern in letzter Zeit veröffentlicht haben. Eine Erkenntnis ist, dass Bienen negativ aufgeladen sind und dadurch nicht nur den Pollen in den Blüten anziehen, sondern möglicherweise auch Pestizidstäube, die bei der Ausbringung von gebeiztem Saatgut auftreten können. Hier ist aber noch weitere Forschungsarbeit nötig. Fest stehe aber, dass die Halbwertzeiten der Wirkstoffe im Boden um ein Vielfaches länger sind, als von den Herstellern in den Zulassungsverfahren angegeben. Eindeutig bewiesen seien außerdem Wirkungen der Neonicotinoide auf die einzelne Biene. Die Nervengifte störten beispielsweise ihr Heimfindevermögen zum Stock. Wie sich dies auf ein ganzes Volk auswirken kann, sei aber noch nicht vollständig untersucht. Ebenso auch das Zusammenspiel mit weiteren Stressfaktoren, wie Varroa, Viren, Nahrungsmangel etc.
Eine Veröffentlichung neuer Ergebnisse in englischer Sprache ist im Internet unter dem Titel: Worldwide integrated assessment on systemic pesticides zu finden. Sie trägt die Nummer: DOI 10.1007/s11356-014-3220-1   Eine wichtige Erkenntnis, die die Teilnehmer an der Pressekonferenz mitnahmen, ist, dass die zweijährige Phase des Teilverbots der Neonicotinoide keinesfalls ausreicht, um die Risiken abzuklären, sondern unbedingt verlängert werden muss. Dafür kämpft das Bündnis zum Schutz der Bienen als Prozessbeteiligte bei dem Rechtsstreit um Neonicotinoide, unterstützt auch vom Deutschen Naturschutzring, dessen Präsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann die Sichtweise der im DNR zusammengeschlossenen Natur-, Umwelt- und Tierschutzverbände darlegte. Selbstverständlich gehe es bei dem angestrebten dauerhaften Verbot der Neonicotinoide nicht nur um die Honigbienen, sondern um das gesamte Ökosystem, das durch die moderne Landwirtschaft insgesamt massiv unter Druck ist.     Eine solche Prozessbeteiligung kostet viel Geld. Dafür ist das Bündnis dringend auf Spenden angewiesen. Infos auf www.mellifera.de     Kerstin Neumann