Bienengesundheit aktuell – Winterbehandlung jetzt einplanen!

Der Varroenbesatz war in 2014 schon aufgrund des frühen Brutbeginns sehr hoch. Und auch die Behandlungsbedingungen im Spätsommer waren nicht immer günstig. Schon deshalb sollte man die Winterbehandlung in diesem Jahr auf keinen Fall auf die lange Bank schieben.

Sprühbehandlung mit Milchsäure bei ca. 7-9 Grad Celsius
Sprühbehandlung mit Milchsäure bei ca. 7-9 Grad Celsius © J. Schwenkel

Wie eine Kontrolle bzw. Sprühbehandlung am 29. und 30. November auf zwei Ständen von mir hier im warmen Südwesten (Nähe Freiburg) zeigte, waren die 12 Völker bis auf eine Ausnahme brutfrei. Dabei war das Volk mit der Brut ein sehr starkes Volk , die Restbrutfläche von gedeckelter Brut hatte einen Umfang von ca. 10 cm – offene Brut war nicht vorhanden.   Das Video zeigt Ausschnitte aus der Sprühbehandlung bei ca. 7-9 Grad Celsius mit 15 %iger Milchsäure ad us. vet. zuerst an einem normal starken Volk und im Anschluss am Volk mit der Brut. Wie man im Video ziemlich am Ende sieht, habe ich die Brutfläche mit dem Stockmeißel aufgekratzt bzw. geöffnet, damit die Bienen die Brut ausräumen und so die Weiterentwicklung der Milben gestoppt wird.
Da laut der Wettervorhersagen die Temperaturen in den nächsten Tagen auch hier im Südwesten die + 5°C nicht überschreiten, werden die Bienen eine enge Wintertraube bilden. Es herrschen damit ideale Bedingungen für die Träufelbehandlung mit Oxalsäurelösung (Oxuvar oder Oxalsäuredihydrat Lösung 3,5% (m/V) ad us. vet.).

Zur Planung des Behandlungszeitpunktes geht man auf die Internetseite „Varroawetter„,  gibt dort seine PLZ ein und erhält dann das günstige Zeitfenster für die Winterbehandlung.

Die Verteilung der Oxalsäurelösung sollte mit einem möglichst dünnen Strahl erfolgen, mit dem man mehrmals über die mit Bienen besetzten Wabengassen geht. Dazu steckt man einfach auf die mitgelieferte Dosierspritze eine Kanüle, die man etwas stumpf schleift, um Verletzungen zu vermeiden. Bewährt haben sich auch Labor-Spritzflaschen, auf denen man mit einem Marker eine Dosierskala anbringt. Wichtig ist, dass in jede besetzte Wabengasse geträufelt wird und möglichst viele Bienen etwas davon abbekommen.

Wichtig ist auch, bei der Winterbehandlung immer auch auf die Futterversorgung der Völker zu achten und unterversorgte Völker gleich zu markieren, um sie beizeiten mit zusätzlichem Futter zu versorgen.   Zur Kontrolle des Restmilbenbefalles ist eine Gemülleinlage unter die Völker zu schieben. Der Milbenabfall findet vor allem in den ersten 4 Tagen nach dem Träufeln statt. Danach hält ein geringerer Abfall über den Zeitraum von ca. 4 Wochen an. Hohe Milbenzahlen weisen auf eine schlechte Wirksamkeit der Spätsommerbehandlung oder auf Reinvasion hin.
Redaktion ADIZ / die biene / ImkerfreundDr. Jürgen Schwenkel