Bienengesundheit aktuell: Bieneninstitute melden Bedenken gegen MAQS® an

In der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V. sind von mehreren Instituten weitergehende Versuche zur Anwendung des neu zugelassenen Varroamittels MAQS® geplant, um offene Fragen zu klären. Was bedeutet dies für den Anwender?

Je Bienenvolk werden zwei Gel-Streifen für 7 Tage zwischen die Brutzargen gelegt.
Je Bienenvolk werden zwei Gel-Streifen für 7 Tage zwischen die Brutzargen gelegt. © Fotos aus W. Ritter „Bienen gesund erhalten“

Das Bieneninstitut in Celle und andere Bieneninstitute melden Bedenken gegen die Anwendung von MAQS an. Nicht alles in der Gebrauchsanweisung stimme mit den bei anderen Anwendungen von Ameisensäure gemachten Erfahrungen überein. Neben der Nähe der Streifen zur Brut wird vor allem die Behandlung zwischen den Trachten als problematisch gesehen.   Ob das so richtig ist, weiß zurzeit niemand so genau. Denn außer verschiedenen Instituten im Ausland hat nur die Universität Bochum wirkliche Vergleichsuntersuchungen mit anderen Anwendungsformen durchgeführt. Nur die Zulassungsbehörde kennt die eingereichten Unterlagen, aufgrund derer sie sich für die Angaben in der Gebrauchsinformation entschieden hat.   Eines wird bei der Diskussion aber offensichtlich übersehen. Bei MAQS handelt es sich nicht um eine auf der Standardzulassung beruhende Variante der Verdunstung, wie Liebig-Dispenser, Nassenheider Verdunster und andere. In diesen Fällen war der Spielraum sehr groß, da es sich nur um Anwendungsvarianten handelte, die keiner besonderen Zulassung bedurften.   Bei MAQS geht es um ein zugelassenes Medikament. Die Gebrauchsanweisung ist Bestandteil der Zulassung. Hierfür haftet der Hersteller. Weicht der Anwender davon ab, ist er selbst für mögliche Schäden verantwortlich. Wenn ein Bieneninstitut, ein Fachberater oder sonst jemand eine andere Anwendung empfiehlt, ist dies ein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Die Institute haben daher nur die Möglichkeit, sich an die Zulassungsbehörde zu wenden und ihre Einwände gegen die Zulassungsbestimmungen vorzubringen.   Wir möchten nochmals allen, die dieses Medikament anwenden, dringend abraten, von der Gebrauchsanweisung abzuweichen. Allerdings ist wie bei jedem neu eingeführten Medikament eine gewisse Vorsicht angeraten. Man sollte daher wie bereits unter „Bienengesundheit aktuell“ beschrieben nicht gleich alle Völker damit behandeln und vor allem alles sehr aufmerksam beobachten, um schnell eingreifen zu können. Es ist sowieso besser zunächst bei Bewährtem zu bleiben und Neues nur sehr vorsichtig einzusetzen.   Dr. Wolfgang Ritter
ritter@bienengesundheit.de