Biologischer Pflanzenschutz gestärkt

Biologische Pflanzenschutzverfahren sind im Ökologischen Anbau wie auch im integrierten Anbau vieler Kulturpflanzen inzwischen fest etabliert. Dabei gefährden sie Mensch und Naturhaushalt kaum. Das konstatiert der soeben erschienene Bericht „Statusbericht Biologischer Pflanzenschutz 2013“ des Julius Kühn-Instituts (JKI).

Biologischer Pflanzenschutz am Gewässer
Biologischer Pflanzenschutz am Gewässer © BMELV

Unter die Lupe genommen wurde die Anwendung von zulassungspflichtigen biologischen Pflanzenschutzmitteln (Insektenviren, Bakterien, Pilze, Naturstoffe und Pheromone), Nützlingen (z. B. Insekten, Milben, Nematoden) und Pflanzenstärkungsmitteln. Biologische Verfahren werden vor allem zur selektiven Bekämpfung von Schadinsekten in Gewächshauskulturen (z. B. im Gemüse- und Zierpflanzenanbau) eingesetzt. Ohne sie wäre heute der Anbau von Tomaten, Gurken oder Paprika hier nicht mehr möglich. So wurden zum Beispiel Schlupfwespen gegen Blattläuse oder Weiße Fliegen und Raubmilben gegen Spinnmilben ausgebracht.

Im Freiland werden insgesamt weitaus weniger biologische Verfahren verwendet, dann allerdings auf wesentlich größeren Flächen. So setzten Landwirte die nützliche Schlupfwespe Trichogramma zur Maiszünslerbekämpfung ein. Fest etabliert ist auch die Verwirrtechnik mit Pheromonen. Entsprechende Agrarumweltmaßnahmen ermöglichen einen finanziellen Ausgleich für den höheren Aufwand im Vergleich zu chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen.

„Die Anwendung biologischer Verfahren hat deutlich zugenommen, es ist aber noch viel Luft nach oben“, so Prof. Johannes Jehle, Leiter des JKI-Instituts für Biologischen Pflanzenschutz. So wünschen sich die Praktiker vor allem verbesserte Verfahren, um Blattläuse und Thripse in verschiedenen Gewächshaus- und Freilandkulturen zu bekämpfen. Die biologische Bekämpfung neu eingeschleppter, invasiver Schaderreger ist jedoch schwierig, da hier erst natürliche biologische Gegenspieler gefunden bzw. biologische Mittel entwickelt werden müssen.

Quelle und mehr: http://pub.jki.bund.de/index.php/BerichteJKI/issue/view/874

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