BUND: Rückstände in Supermarkthonigen

Der BUND hat in Deutschland verkauften Honig von einem unabhängigen Labor auf Pestizide aus der Stoffklasse der Neonicotinoide untersuchen lassen. Ergebnis: In 13 von 22 Honigen aus deutschen Supermärkten wurden Rückstände von Pestiziden festgestellt. Die Proben waren zumeist mit dem Neonicotinoid Thiacloprid belastet.

Kerstin Neumann
Kerstin Neumann

„Besonders alarmierend ist das Ergebnis der einheimisch produzierten Honige bei der BUND-Stichprobe: Alle sechs getesteten Produkte deutscher Herkunft waren mit Thiacloprid belastet, ein Honig enthielt zusätzlich auch das Neonikotinoid Acetamiprid. Weitere elf Honige stammten aus anderen EU-Ländern, davon waren sieben ebenfalls mit Thiacloprid belastet. In den übrigen fünf getesteten Honigen, die aus gemischter Ware bestehen und aus EU- und Nicht-EU Ländern stammen, wurden keine Neoni­kotinoide gefunden“, heißt es in der Pressemeldung des BUND. Überraschend ist dieses Ergebnis nicht, gerade Spuren von Thiacloprid, das viel im Raps eingesetzt wird, werden immer wieder in Honig gefunden. Da die EU-Kommission den zulässigen Rückstandshöchstgehalt mit Wirkung ab 12. Februar 2016 von 0,2 mg/kg auf 0,05 mg/kg abgesenkt hatte, wurden für dieses Jahr strengere Anwendungsvorschriften erlassen. Daher dürfte Honig in diesem Jahr weniger belastet sein. Die vom BUND veröffentlichte Tabelle zeigt, dass alle gefundenen Werte auch unterhalb des aktuell gültigen abgesenkten Grenzwertes liegen, obwohl die Honige mit Sicherheit noch nicht aus der diesjährigen Ernte stammen. Eine Gesundheitsgefahr für Honigkonsumenten besteht also nicht. Deutlich wird einmal mehr, dass es heute kaum noch Lebensmittel gibt, die absolut frei von Rückständen sind, ein Ergebnis der intensiven Landwirtschaft. Diese ist – so behaupten zumindest die Landwirte – aber notwendig, um die steigende Weltbevölkerung zu ernähren. Zu den gefundenen Ergebnissen haben natürlich auch die heute deutlich verfeinerten Analysemethoden beigetragen. Vor einigen Jahren hätten diese Honige mit Sicherheit als rückstandsfrei gegolten, da mit der damaligen Technik diese geringen Wirkstoffspuren nicht nachweisbar gewesen wären. Auf jeden Fall ist die Forderung des BUND an Landwirtschafstminister Christian Schmidt zu begrüßen, Neonicotinoide zu verbieten und einen schnellen Pestizid-Ausstiegsplan auf den Weg zu bringen. Auch für ein dauerhaftes Verbot der Neonicotinoide auf EU-Ebene setzt sich der BUND ein. Kerstin Neumann   Quelle: www.bund.net/honigtest