Bußgelder gegen Zuckerhersteller

Versorgungsengpässe absichtlich hervorgerufen, verbotene Gebietsabsprachen getroffen oder die Preise des Zuckers manipuliert zu haben – das waren die Vorwürfe des Bundeskartellamts gegen die drei großen deutschen Zuckerhersteller Pfeifer & Langen Köln, Südzucker Mannheim/Ochsenfurt und Nordzucker Braunschweig. Nun müssen die Zuckerfabriken mit 280 Millionen Euro für ihr illegales Verhalten büßen.

Die Verstöße reichten teilweise sogar bis in die 1990er Jahre zurück. Imker waren dabei stets doppelt betroffen, als normale Verbraucher ohnehin und, weil sie Zucker als Winterfutter für ihre Bienen benötigen. Der Bienenfutterzuckermarkt dürfte vorsichtig geschätzt bei etwa zehn- bis fünfzehntausend Tonnen pro Jahr liegen.   Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Die Absprachen zwischen Nordzucker, Pfeifer & Langen und Südzucker zielten darauf ab, möglichst hohe Zuckerpreise zu erzielen. Die bebußten Unternehmen haben sich das europäische Quotenregime, die Mindestpreisregulierung und die hieraus resultierende hohe Markttransparenz für ihre Abstimmung zunutze gemacht und auch noch den Restwettbewerb beschränkt.“   Nordzucker hat mit dem Bundeskartellamt im Rahmen der Bonusregelung umfassend kooperiert und daher einen weitreichenden Bußgelderlass erhalten. Bei der Bemessung der Bußgelder wurden – ausgehend vom Bußgeldrahmen, der 10 % des jeweiligen Gesamtumsatzes beträgt, und der Schwere der Tat – für alle Unternehmen auch deren Kooperationsbeiträge und – soweit abgelegt – die Geständnisse berücksichtigt. Die heute verhängten Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. Betroffen sind auch sieben persönlich Verantwortliche Mitarbeiter der Konzerne.     Quelle: Bundeskartellamt   gbr