Der Größte!

Wo ist der größte Imker der Welt? Natürlich in Amerika. Er heißt Richard Adee und nennt achtzigtausend Bienenvölker sein eigen.

Adee wuchs schon als Kind mit Bienen auf. Sein Vater und vier Onkels waren Lehrer und fingen in der Großen Depression (1929) mit Bienen an, um ihr bescheidenes Einkommen aufzubessern. Aus dem Honigverkauf von damals zunächst sechs Völkern entstand allmählich ein Businessplan.  So wollte auch der kleine Richard Imker werden. Als 21-Jähriger hörte er von einer Imkereiaufgabe und verwirklichte 1957 mit dem Kauf von 1.500 Völkern seinen Kindheitstraum.     Heute hat er 80 Angestellte für seine 80.000 Völker. Drei Söhne und zwei Enkel arbeiten mit. Seine freundlichen italienischen Bienen bringen ihm jährlich rund drei Millionen Kilogramm Honig ein. „Wir sind die größten Honigproduzenten der Welt“, sagt er stolz.   Aber nur die Hälfte des Imkerei-Umsatzes stammt aus der Honigproduktion. Die andere Hälfte wird über die Bestäubungsimkerei erwirtschaftet. Jeweils im Oktober fahren die Adee’s 160 Lastwagenladungen mit ihren Bienenvölkern ins San Joaquin Tal nach Kalifornien. Dort wartet das Geschäft mit den Mandeln. Für Kalifornien geht es um eine 4-Milliarden-Dollar-Ernte.     Aber der größte Imker der Welt hat auch die größten Imkerprobleme der Welt. Im vergangenen Winter verlor er 40% seiner Völker. Seit 2008 ist er von den starken Verlusten betroffen und hat schon bei einer Anhörung vor dem Amerikanischen Kongress Zeugnis von seinen Bienenverlusten abgelegt.  „Etwas da draußen bedroht uns“, sagt er, „verdammt gute Imker kratzen sich noch an ihren Köpfen“. Milben, Viren, der verbreitete Gebrauch von Pestiziden und Herbiziden, der Verlust von Trachtpflanzen haben den Lebensbedingungen für Bienen zugesetzt. Die Professorin Amy Toth warnt: „Inzwischen haben die Bienen bei uns schon die Bedeutung wie früher die Kanarienvögel in den Kohlegruben.“   gbr    Quelle: http://www.argusleader.com/article/20130707/LIFE/307070018/Videos-photos-Busy-beekeeper