Der Kampf gegen Genpollen in Honig geht weiter

Mit bloßem Auge ist er nicht zu erkennen, der Pollen im Honig, den die Bienen mit in ihren Stock bringen. Aber es ist eine elementare Frage für unsere Gesellschaft, aus welchen Pflanzen der Pollen stammt.

  Am 13. März 2014 hat der Bundestag entschieden, dass Gen-Pollen im Honig nicht kennzeichnungspflichtig sein soll. Zwar hatte der Europäische Gerichtshof EuGH 2011 gegenteilig festgestellt, dass Gen-Pollen im Honig als Zutat zu werten ist. Und Zutaten müssen aufs Etikett. Dies hat die Europäische Kommission 2012 aber nicht daran gehindert, Pollen von gv-Pflanzen als natürlichen Bestandteil von Honig einzustufen. Klar, ein natürlicher Bestandteil muss nicht aufs Etikett. Dann können die Verbraucher aber sogenannten Gen-Honig nicht erkennen. Die anstehende Neufassung der EU-Honigrichtlinie wird dies wohl so festschreiben, der Ablehnung der meisten Menschen von Gen-Nahrung zum Trotz.     Auf der juristischen Seite hat der Imker Karl-Heinz Bablok beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Beschwerde erhoben. Er ist seit 2008 für seinen Kampf gegen den Anbau des Gen-Maises MON 810 bekannt. Dessen Gen-Pollen hatten seinen Honig ruiniert. Bablok will erreichen, dass beim GVO-Anbau Vorsorgepflichten zum Schutz der Imkerei beachtet werden müssen. Er war in dieser Sache allerdings 2013 vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gescheitert. Das Gericht hatte seine Klage abgewiesen, weil es derzeit keinen GVO-Anbau von Mais in Deutschland gebe. „Dies ist ein Unding“, meint Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes e. V. (D.I.B.). Er fordert von der Bundesregierung, sich in der EU für einen Schutz der Imkerei einzusetzen.   Der D.I.B. mit seinen über 92.000 Mitgliedern trägt die Kosten für das Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht. Bisher hatte das „Bündnis zum Schutz der Bienen“, ein Zusammenschluss von Imker- und Lebensmittelverbänden, die Klagen organisiert und finanziert. Der Bündnis-Vertreter Thomas Radetzki stimmt Imker-Präsident Maske zu: „So bleibt uns Imkern keine andere Wahl, als vor dem Bundesverfassungsgericht um den Schutz unserer Produkte und Bienen zu kämpfen.“   gbr     Mehr in der PM des Deutschen Imkerbunds: http://www.deutscherimkerbund.de/phpwcms_ftp/Bundesverfassungsgericht_19_03_2014.pdf   und beim Informationsdienst Gentechnik: http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/28826.html