EU-Agrarreform wird Artenvielfalt nicht ausreichend schützen

Die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union wird den Schutz der biologischen Vielfalt nicht verbessern, sondern sogar weiter verschlechtern. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), die in der aktuellen Ausgabe des renommierten Wissenschaftsmagazins SCIENCE erschienen ist.

Die Wissenschaftler hatten dazu die Änderungen in der Gesetzgebung analysiert sowie mit Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) verglichen, um herauszufinden, was die reformierte Agrarpolitik tatsächlich bewirken wird. Koautoren der Studie stammen von den Universitäten Hohenheim und Freiburg sowie aus den USA, Großbritannien, der Schweiz, Ungarn, den Niederlanden, Belgien, Israel und Frankreich.     Die Europäische Union hat zwar verschiedenste Gesetze und Richtlinien für den Habitat,- Vogel- oder Wasserschutz erlassen, aber keine davon hat so großen Einfluss auf die Ökosysteme wie die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Im Dezember 2013 verabschiedete die EU deren Reform, die für die Jahre 2014 bis 2020 gilt. Mit einem Gesamtbudget von rund 360 Milliarden Euro wirkt sich die GAP auf rund die Hälfte der Landfläche der EU aus und damit auf unzählige Arten, die sich im Laufe der Jahrhunderte an diese Kulturlandschaften angepasst haben.     „Die aktuelle GAP-Reform hat jedoch das ursprüngliche Ziel, 10 Prozent der Agrarfläche für den Erhalt der Artenvielfalt und von Ökosystemdienstleistungen vorzuhalten, weiter reduziert und viele Ausnahmeregelungen geschaffen, die zu einem weiteren Verlust wertvoller Kulturlandschaften führen werden. Dieser Verlust und die zunehmende Intensivierung machen Agrarlandschaften für viele Arten lebensfeindlich“, stellt Prof. Klaus Henle vom UFZ fest.   Quelle und mehr: http://www.ufz.de/index.php?de=32896   Siehe auch das Interview mit Prof. Klaus Henle, Departmentleiter Naturschutzforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig: hier   gbr