EU-Liste invasiver Arten

Die EU hat eine Liste invasiver Arten veröffentlicht, mindestens 24 kommen in Deutschland wild lebend vor. Für 37 invasive Arten ist ein Management auf europäischer Ebene erforderlich. Mit dabei: Die Asiatische Hornisse Vespa Velutina.

Bundesamt für Naturschutz
Bundesamt für Naturschutz

Am 14. Juli 2016 hat die Europäische Kommission die erste Unionsliste zu der neuen EU-Verordnung über invasive gebietsfremde Arten veröffentlicht. Damit ist verbindlich festgelegt, für welche Arten die durch die Verordnung geltenden Regelungen zur Prävention und zum Management greifen. Für die 37 in der Liste aufgeführten Tier- und Pflanzenarten gelten Verbote von Einfuhr, Haltung, Zucht, Transport, Erwerb, Verwendung, Tausch und Freisetzung. Tauchen trotzdem Individuen in der freien Natur auf, sind sie umgehend zu beseitigen oder es ist zumindest ihre weitere Ausbreitung zu verhindern. Für weit verbreitete invasive gebietsfremde Arten müssen nach den Kriterien der Verordnung geeignete Managementmaßnahmen identifiziert werden; vielfach kann dazu an bewährte Kontrollsysteme angeknüpft werden, die in Deutschland bereits für invasive Arten wie Signalkrebs oder Waschbär ergriffen werden, die versuchen, eine weitere Verbreitung zu verhindern. Komplett beseitigen lassen sich viele der in weiten Teilen des Bundesgebiets vorkommenden Arten nicht mehr. Einfuhr und Einschleppen von Arten in Regionen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes stellen weltweit eine der wichtigsten Gefährdungsursachen für die biologische Vielfalt dar.

In Deutschland treten derzeit mindestens 24 der in der Unionsliste gelisteten Tier- und Pflanzenarten auf. Die Arten leben wild in der Natur. Einige sind bereits weit verbreitet, wie etwa der Signalkrebs, die Chinesische Wollhandkrabbe oder der Waschbär. Andere Arten wie das Großblütige Heusenkraut, die Asiatische Hornisse oder der Chinesische Muntjak wurden bisher in Deutschland nur selten in freier Natur nachgewiesen. Um das Erkennen zu erleichtern, veröffentlicht das Bundesamt für Naturschutz eine Publikation mit Steckbriefen der 37 Arten mit wesentlichen Angaben zu Vorkommen, Aussehen, Verwechslungsmöglichkeiten sowie Beseitigungs- und Kontrollmaßnahmen.

Das BfN-Skript Nr. 438/2016 „Die invasiven gebietsfremden Arten der ersten Unionsliste der EU-Verordnung Nr. 1143/2014“ mit den Steckbriefen der 37 gelisteten Tier- und Pflanzenarten steht als PDF-Download auf der BfN-Website zur Verfügung:                      Die invasiven gebietsfremden Arten der ersten Unionsliste

Quelle: PM 14. Juli 2016, gbr