Filmtipp: Der Imker – Ein Kurde in der Schweiz

Immer mehr Menschen müssen aus ihrer Heimat fliehen und woanders Zuflucht finden. Was macht die Flucht mit den Menschen? Ein Beispiel schildert der dokumentarische Film Der Imker des preisgekrönten Regisseurs Mano Khalil. Der Film kam Ende Januar in unsere Kinos.


Der Kurde Ibrahim Gezer lebte in der Türkei. Er besaß dort 500 Bienenvölker, hatte eine große Familie, war angesehen und wohlhabend. Durch die Dramatik des Kurdistan-Konflikts wurde seine Familie zerrissen, zwei seiner elf Kinder wurden getötet, seine Frau nahm sich das Leben. Die türkische Armee zerstörte seinen Besitz. Er floh und fand Zuflucht in der Schweiz. Dort trauert der 65-jährige Imker um sein früheres Leben. Seine verbliebene Leidenschaft: Mit Bienen zu leben und zu arbeiten. Schweizer Imker helfen ihm und werden seine Freunde.     Trotz der starken seelischen Kraft Ibrahim Gezers bleibt ein Grundton der Trauer, der man sich als Zuschauer nur schwer entziehen kann. Auch in den schönen  Szenen mit Bienen kann man den tragischen Hintergrund und das Unrecht kaum ausblenden. Der Regisseur Mano Khalil: „Es ist ein Film über Liebe zur Natur, über Liebe zur Menschlichkeit“. Heute hält Ibrahim Gezer 100 Völker in der Schweiz, man nimmt seine Stärke als Hoffnung aus dem Kino mit. Ein ruhiger und nachdenklicher Film, sehr sehenswert.    gbr     Infos:

Der Trailer zum Film   Gespräch mit dem Regisseur Mano Khalil zum Film
25 min Interview mit dem Regisseur Mano Khalil im WDR