Fipronil kurzzeitig zugelassen

„Wenn eine Gefahr anders nicht abzuwehren ist, kann das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit kurzfristig das Inverkehrbringen eines Pflanzenschutzmittels für eine begrenzte und kontrollierte Verwendung und für maximal 120 Tage zulassen“, heißt es auf der Internetseite des BVL. So ist es jetzt gekommen.

Der Wirkstoff Fipronil im Mittel Goldor Bait darf für den Zeitraum vom 27.1. 2014 bis 26.5. 2014 gegen Schnellkäfer (Drahtwurm) in Kartoffeln angewendet werden. Das Mittel wird als Granulat in die Setzfurche ausgebracht.     Erst im Mai 2013 hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine "hohe akute Gefahr" des vom Chemiekonzerns BASF produzierten Pestizids Fipronil für Bienen bestätigt, wenn dieses zur Saatgutbehandlung von Mais eingesetzt wird. Bereits geringe Mengen dieser Pestizide verursachen neurologische und physiologische Schäden bei den Bienen und beeinträchtigen ihre Navigation und Futtersuche.     "Das BVL muss die Sonderzulassung für 120 Tage unverzüglich zurücknehmen. Es ist unverantwortlich, dass sich das Bundesamt über das EU-Verbot stellt und damit den Tod von weiteren Bienenvölkern in Kauf nimmt", sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace.     Auf Nachfrage unter anderem bei Nestlé, Agrarfrost und Nordsee konnte Greenpeace erfahren, dass viele Kartoffelverarbeiter den Einsatz von Fipronil bei der Produktion von Kartoffeln nicht wollen. "Die Kartoffelindustrie lehnt den Einsatz des fipronilhaltigen Goldor Bait ab. Nun müssen auch die Supermärkte nachziehen, wo die Kartoffeln direkt verkauft werden", so Huxdorff.      Quelle: Greenpeace am 10.2.2014     gbr