Forschung über Hülsenfrüchte für Bienen

Die Versuchsfelder des Julius Kühn-Instituts in Mecklenburg-Vorpommern bieten Bienen Nahrung. Das Bienenzuchtzentrum Bantin und Groß Lüsewitzer Züchtungsforscher arbeiten in der küstennahen Agrarlandschaft Hand in Hand zum Wohl der Bienen.

© Peter Wehling/JKI
© Peter Wehling/JKI

Forscher am Julius Kühn-Institut (JKI) in Groß Lüsewitz nehmen  bei ihren Feldversuchen zu Hülsenfrüchten die Belange der Honigbiene mit in den Blick. 2016 ist das Internationale Jahr der Hülsenfrüchte der Weltgesundheitsorganisation FAO. Am Standort in Mecklenburg-Vorpommern werden 56 Hektar Versuchsfeldfläche, unter anderem mit Hülsenfrüchten, wie Lupine, Klee-Gras und Bohnen, angebaut. Insbesondere die landwirtschaftlich genutzten Hülsenfrüchte, wie Blaue, Weiße und die selten gewordene Gelbe Lupine, verwandeln das Groß Lüsewitzer Versuchsfeld jedes Jahr in ein buntes Blütenmeer. Inwiefern der verstärkte Anbau heimischer Hülsenfrüchte den Bienen zugute kommt, soll nun untersucht werden.     Fachliche Unterstützung erhalten die JKI-Forscher vom Bienenzuchtzentrum Bantin, das mit seinen Bienen und seiner Expertise in der Saison 2016 erstmalig das Versuchsfeld in Groß Lüsewitz angewandert hat. „Die Erweiterung des Trachtangebotes für unsere Bienen steht auf unserer Wunschliste an die Landwirtschaft ganz oben. Wir arbeiten daher sehr gern mit dem Julius Kühn-Institut zusammen. Darüber hinaus erhalten wir auf diese Weise Informationen über die Leistungsfähigkeit der von uns in Bantin gezüchteten Bienen in einer küstennahen Umwelt. Dies erweitert unsere Möglichkeiten, die Honigbiene züchterisch an die Bedingungen in Mecklenburg-Vorpommern anzupassen“, sagt Torsten Ellmann, der 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Imker Mecklenburg-Vorpommern (LIMV).     Besonders interessant für Bienen und andere Insekten könnte auch die Andenlupine (Lupinus mutabilis) sein. „Diese aus Südamerika stammende Lupine wächst unter unseren Klimabedingungen nahezu unbegrenzt und blüht daher bis zum Eintreten der ersten Nachtfröste im Herbst“, berichtet Dr. Steffen Roux, der am JKI das Potenzial dieser Lupinenart aus der „Neuen Welt“ erforscht. „Neben den Lupinenarten, die wir zu Forschungszwecken anbauen, haben wir auf dem Lüsewitzer Versuchsfeld gegenwärtig ca. 3 Hektar nur mit blütenreichen Saaten als Bienenweide bestellt“, berichtet Dr. Bernd Hackauf vom JKI. Ein Teil dieser Fläche ist inzwischen im dritten Standjahr. Die Flächen können am Leguminosen Feldtag (21.6./10-14 Uhr) besichtigt werden.
gbr
Quelle: PM des JKI am 20.6.2016