Gefährlicher Pollenersatz

Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund DBIB warnt vor dem Verfüttern von Pollenersatz mit gentechnisch veränderten Bestandteilen. Der Hammer dabei: Das Produkt wird als gentechnikfrei beworben!

Die Bestandteile sind Sojamehl, Maismehl und Senf, also in keiner Weise natürlicher Pollen. In der EU führen Bestandteile nicht zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen zum Verlust der Verkehrsfähigkeit. Imker, die dieses Pollenersatzprodukt verwenden, riskieren also die Verkehrsfähigkeit ihrer Produkte. Der Schwellenwert von 0,9% Pollenanteil am Honig gilt hier nicht. Null-Toleranz beginnt ab der Nachweisgrenze. Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund DBIB in seiner Warnung vom 4. Februar 2015 weiter: „Das Produkt ist Feedbee, welches von einem kanadischen Unternehmen produziert wird. Viele Imker und Händler haben sich darauf verlassen, dass dieses Produkt GVO-frei ist. Die beigefügte kanadische Ausfuhrbescheinigung ist kein Dokument, das die Gentechnikfreiheit in Übereinstimmung mit EU-Standards bescheinigt.“ Walter Haefeker vom DBIB fährt fort: „Zwei der europäischen Wiederverkäufer haben inzwischen die Vermarktung des Produkts gestoppt und Kontakt mit ihren Kunden aufgenommen, um alle verbleibenden Chargen zurückzunehmen. Alle anderen Anbieter des Produkts fordern wir auf, sofort den Verkauf zu stoppen und vorhandene Bestände von allen ihren Kunden zurückzunehmen. Der Hauptimporteur in Ungarn ist unseren Empfehlungen nicht gefolgt und wird von den dortigen Behörden nun zum Handeln gezwungen. Unseren Mitgliedern empfehlen wir, eine Rückstellprobe von bis zu 1 kg zu behalten, um ggf. nachweisen zu können, woher möglicherweise eine Kontamination stammt. Ganz wichtig: Auch Pollenersatzprodukte anderer Hersteller sollten nur eingesetzt werden, wenn ein aktuelles Zertifikat zur Gentechnikfreiheit für die gelieferte Charge vorliegt. Der kanadische Hersteller beliefert auch Honigproduzenten außerhalb der EU, was auch kontaminierte Honigimporte zur Folge haben könnte.   Quelle: PM des DBIB vom 4.2.2015