Glimpfliche Schweizer Winterverluste

Bereits zum dritten Mal in Folge lagen die Winterverluste der Bienen in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein unter 20%. Das meldet der Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde in Appenzell am 2. Juli 2015.

Schweizer Bienenhaus
Schweizer Bienenhaus © Chrigel/Landlive

Winterverluste werden seit dem Winter 2007/2008 systematisch mit einer Internetumfrage erhoben. Auch in diesem Jahr nahmen über eintausend Imker der ganzen Schweiz und des Fürstentum Liechtensteins an der Umfrage teil. Die Daten werden jeweils ab dem Monat Mai erhoben, wenn auch die Bienenvölker in höheren Lagen ausgewintert worden sind. Die durchschnittlichen Völkerverluste lagen im vergangenen Winter bei 16,5%. Insgesamt 43% aller Imker hatten keinerlei Verluste zu beklagen; bei zwei Dritteln der an der Umfrage Beteiligten betrugen die Verluste maximal 15%. 9,1% der Imker jedoch hatten mindestens 50% ihrer Völker verloren, bis hin zum Totalverlust.

Ob gute klimatische Voraussetzungen oder die zunehmend professionelle Behandlung der gefährlichen Varroa-Milbe durch die Imker die Entwicklung bestimmen, kann aufgrund der Umfrageresultate nicht beurteilt werden. Noch gibt es viele offene Fragen. Der Druck auf Honig- und Wildbienen bleibt hoch. Sei es in Form eines wenig attraktiven Futterangebotes in einer intensiv genutzten Landwirtschaft oder des Einsatzes bienengefährlicher Pestizide. Mit dem Anpflanzen insektenfreundlicher Trachtpflanzen und der Vermeidung von Insektengiften können alle Menschen wesentlich zum Wohl der Bienen beitragen. gbr
Quelle: http://www.lid.ch/fileadmin/user_upload/lid/Pressecorner/2015/20150702_VDRB_Bienen-Winterverluste2014_15.pdf