Glyphosat bleibt

Die EU-Kommission hat am 29. Juni 2016 die Zulassung von Glyphosat im Alleingang um 18 Monate verlängert. Vorher konnten sich die Mitgliedstaaten nicht über Glyphosat einigen.

Gilbert Brockmann
Gilbert Brockmann

„Dies ist ein Affront gegen viele überzeugte Europäer“, sagte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Immer mehr Menschen in Europa und in Deutschland forderten eine Landwirtschaft ohne Pestizide. Nach einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag von Greenpeace sprechen sich 83 Prozent der Bundesbürger gegen Glyphosat aus. 96 Prozent erklären sich bereit, mehr für Lebensmittel zu zahlen, wenn diese ohne Glyphosat produziert würden. „Verbraucher wollen keine Risiko-Lebensmittel“, sagt dazu Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace und fährt fort: „In einer modernen, nachhaltigen Landwirtschaft hat Glyphosat keinen Platz. Pestizide gefährden unsere Gesundheit und die Grundlagen unserer Lebensmittelproduktion.“ „In den kommenden 18 Monaten werden allein in Deutschland 8.250 Tonnen Glyphosat auf die Äcker gelangen“, warnt der BUND-Vorsitzende Weiger. Dies stütze eine Agrarindustrie, die ihre Akzeptanz längst verloren habe. Bundesumweltministerin Hendricks und Wirtschaftsminister Gabriel müssten jetzt ihrer Ablehnung von Glyphosat Nachdruck verleihen und Agrarminister Schmidt einen Ausstiegsplan aus diesem Pflanzengift abverlangen, so Hubert Weiger. Glyphosat kommt auf etwa 40 Prozent der deutschen Äcker zum Einsatz.   Quellen: Greenpeace und BUND am 23. und 29. Juli 2016 gbr