Glyphosat ohne Ende?

 

Gartenhummel an Klatschmohn. Foto: Holger Loritz/Netzwerk Blühende Landschaft
Gartenhummel an Klatschmohn. Blütenbesuchende Insekten sind durch Glyphsat indirekt betroffen, da häufig auch blühende Ackerunkräuter dezimiert werden. Foto: Holger Loritz/Netzwerk Blühende Landschaft

Seit dem Auslaufen der Zulassung von Glyphosat vor knapp zwei Jahren gibt es ein Tauziehen um die Verlängerung. Umweltschützer fordern ein sofortiges Verbot, Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) und Bauernverband wollen eine möglichst lange neue Laufzeit bis zu 15 Jahren. Die letzte provisorische Verlängerung der EU-Kommission um eineinhalb Jahre endet am 15. Dezember 2017. Wie geht es weiter?

Am Mittwoch dem 25. Oktober 2017 hat der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel der EU Kommission erneut eine Entscheidung verschoben. Nun muss vor dem 15.12. erneut verhandelt werden. Die Position Deutschlands ist mitentscheidend. Da Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die erneute Zulassung strikt ablehnt, Minister Schmidt diese aber befürwortet, muss sich laut Koalitionsvertrag Deutschland der Stimme im Ausschuss enthalten. Ändern andere Länder nicht ihre Position, bliebe es beim Aus für Glyphosat. Nur die EU-Kommission selbst könnte mit einem Machtwort die Lage zugunsten des Totalherbizids wenden.

Glyphosat wird seit 40 Jahren eingesetzt, inzwischen werden viele Felder nicht mehr umgepflügt, sondern ihr Bewuchs totgespritzt. Mit fatalen Folgen, die Krise der Insekten wird zum großen Teil auf die Zerstörung der Biodiversität durch Pflanzenschutzmittel zurückgeführt. Auch die Krebsgefährdung beim Menschen steht im Raum. Hier widersprechen sich verschiedene Gremien der Weltgesundheitsorganisation und europäischer Institutionen. Auch beim Versuch einer wertfreien Betrachtung erscheint es rätselhaft, wie das Ausbringen von Tausenden von Tonnen von Umweltgiften über Jahrzehnte ohne Auswirkung auf Mensch und Tier bleiben soll. Hierfür fehlt eine schlüssige Begründung. Der Abwehrkampf der Hersteller gegen das Ende der Zulassung reicht hierzu nicht aus.

Stand 26. Oktober 2017, gbr