Göttinger Erklärung zu Kreuzkräutern verabschiedet

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Jakobskreuzkrautbestand auf Brachfläche. Foto: Kerstin Neumann

Wie gefährlich verschiedene Kreuzkraut-Arten für Menschen und Tiere sind und wie man deshalb mit ihnen umgehen muss, ist umstritten. Die Göttinger Erklärung zu Kreuzkräutern fasst jetzt den aktuellen Wissensstand zusammen und enthält konkrete Handlungsempfehlungen.

Die Göttinger Erklärung ist das Ergebnis der internationalen Fachtagung „Kreuzkräuter und Naturschutz“, die vom 31. Januar bis 1. Februar 2017 in Göttingen stattfand. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten ihre Forschungsergebnisse vor und diskutierten ihre Erfahrungen mit rund 100 Akteuren aus Naturschutz, Landwirtschaft und Landschaftspflege. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) hatte die Tagung organisiert, um im Spannungsfeld Naturschutz und Landwirtschaft das bestehende Expertenwissen zu sammeln und die Akteure vor Ort mit Handlungsempfehlungen zu unterstützen.

Die Referenten aus Deutschland, Italien, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz gingen auf verschiedene Aspekte der Landwirtschaft, des Naturschutzes und des Gesundheitsrisikos für Menschen und Tiere ein. Aufgrund der unterschiedlichen ökologischen Eigenschaften der Kreuzkräuter und der Bedeutung der heimischen Kreuzkraut-Arten sprachen sie sich für ein differenziertes Kreuzkraut-Management aus. Wichtig sind abgestimmte Handlungsanleitungen, anhand derer bis zur Einzelfläche geprüft wird, ob eine Zurückdrängung notwendig ist und wie eine solche gegebenenfalls schonend und nachhaltig zu erreichen ist.

Auf Basis der Tagungsbeiträge und vieler Wortmeldungen erarbeiteten und verabschiedeten die Kreuzkrautexperten in Abstimmung mit dem DVL die nun vorliegende Göttinger Erklärung zum Umgang mit Kreuzkräutern auf relevanten Flächen des Naturschutzes. Sie wird von der überwiegenden Mehrheit der rund 100 Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer aus Wissenschaft, Naturschutz und Landwirtschaft mitgetragen.

„Die Göttinger Erklärung ist leicht verständlich formuliert und richtet sich an die Praktiker vor Ort. Da die Handlungsempfehlungen auf wissenschaftlicher Basis beruhen und sowohl Aspekte des Naturschutzes als auch der Landwirtschaft aufnehmen, ist die Erklärung ein wichtiger Beitrag zur Versachlichung der Diskussion“, sagt Jürgen Metzner, Geschäftsführer des DVL. Die Göttinger Erklärung und die Präsentationen der Tagung sind auf der Webseite www.kreuzkraut.de veröffentlicht. Ein Tagungsband mit den Kurzfassungen der Vorträge und der Göttinger Erklärung wird im Mai 2017 vom DVL herausgegeben.

Quelle: PM am 11. April 2017, Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL)