Goldener Stachel auf Süddeutschen Imkertagen in Donaueschingen verliehen

Die diesjährige Auszeichnung des Deutschen Berufsimkerbundes für ein besonderes Engagement zum Wohle der Bienen und der Imkerei ging an Imkermeister Thomas Radetzki und Dr. Achim Willand. Radetzki ist Initiator des Bündnisses zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik und Willand ist der Jurist, der die Imker des Bündnisses vor Gericht vertreten hat. Beide arbeiten seit Jahren eng zusammen und zeigten auf, dass gesetzliche Regelungen erforderlich sind, damit sich Gentechnik nicht ungefragt und ungewollt im Magen der Bienen oder Honigkunden breitmacht. Dabei wurde auch eine Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofes im Sinne der Imker erstritten.

Besonders betroffen von der Gentechnik auf dem Acker sind Imker, weil deren Bienen bei der Bestäubung auch gentechnisch veränderten Pollen sammeln. Um die von der EU Kommission versprochene Koexistenz für Imker durchzusetzen, hatte Thomas Radetzki 2007 die Initiative zur Gründung des Bündnisses zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik ergriffen. Dr. Achim Willand von der Anwaltskanzlei Gaßner, Groth, Siederer & Coll aus Berlin erstellte das erste Rechtsgutachten. Mit seinem Kollegen Dr. Georg Buchholz führte er die Imker des Bündnisses erfolgreich durch viele gerichtliche Auseinandersetzungen. Wirksam wurde das Bündnis durch den Schulterschluss mit den Dachverbänden der deutschen Imkerschaft, dem DBIB und D.I.B. sowie anderer Imkergruppierungen und Verbände der Lebensmittelwirtschaft.   Dr. Willand konnte den Preis leider nicht persönlich entgegennehmen. Dass die Arbeit im Bündnis auch in Zukunft dringend gebraucht wird, unterstrich Thomas Radetzki in seiner Dankesrede. Mit Bezug auf die unmittelbar vor der Preisverleihung vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesene Revision des mit dem Bündnis klagenden Imkers Karl-Heinz Bablok stellte Radetzki klar: „Die Fakten werden verdreht, auch von der Bundesregierung, die im Gerichtsverfahren forderte, dass die Imkerei in Deutschland nicht zu einer Gefährdung der Agro-Gentechnik werden dürfe.“ Obwohl das oberste Deutsche Verwaltungsgericht einer Entscheidung auswich, betonte Radetzki: “Wir haben in sechs Jahren viel erreicht: Die Nulltolleranz-Regelung für Honig auf EU-Ebene, wonach keinerlei Pollen von GVO ohne vollständige Lebensmittelzulassung im Honig zu finden sein darf. Andernfalls verliert der Honig seine Verkehrsfähigkeit. Es ist inzwischen unstrittig, dass dies im Sinne des Gentechnikgesetzes als eine wesentliche Beeinträchtigung zu bezeichnen ist, aus der Schaden- und Schutzansprüche abzuleiten sind. Wir werden weiter darum kämpfen, dass diese imkerlichen Grundrechte nicht der Gentechnik-Lobby im Rahmen einer Interessenabwägung geopfert werden.   Quelle: Mittteilung DBIB