Greenpeace Liste Pestizide

Viele Stoffe haben unerwünschte Nebenwirkungen: Sie wirken beispielsweise nicht nur als Unkrautvernichter, sondern schädigen auch Wasserorganismen, nützliche Bodenlebewesen, Bienen oder Menschen.

Karl Bauer CC 3.0
Karl Bauer CC 3.0

So Greenpeace in seiner Schwarzen Liste der gefährlichsten Pestizide vom 27. Juli 2016. Demzufolge schaden 209 Pestizide Mensch und Umwelt besonders. Zugelassen sind EU-weit 520 Pflanzenschutzmittel. „Mehr als ein Drittel der in Europa verwendeten Pestizide sollten verboten werden. Der Einsatz dieser Pestizide in der Produktion von Obst, Gemüse und Getreide gefährdet unsere Gesundheit und die Umwelt“, fasst Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace, die Studienergebnisse (Greenpeace – Schwarzeliste der Pestizide) zusammen. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich für ein EU-weites Verbot der gefährlichsten Pestizide einzusetzen. In der konventionellen Landwirtschaft nimmt der Einsatz von Pestiziden kontinuierlich zu. Apfelplantagen werden etwa 22 Mal pro Saison gespritzt, häufig mit mehreren Giften gleichzeitig.

Auf der Liste stehen die bienengefährdenden Neonicotinoide ebenso wie das umstrittene Herbizid Glyphosat. Zudem listet die Studie beispielsweise auch das sehr giftige Insektizid Abamectin und die beiden chronisch toxischen Fungizide Boscalid und Cyprodinil. Sie wurden nach Angaben der Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg im Jahre 2015 in 26 Prozent aller Frischobst-Proben nachgewiesen. Allerdings würden meist die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschritten. Der Trend geht allerdings zu Mehrfachbelastungen mit Pestizid-Cocktails in einigen Obst- und Gemüsesorten. Diese gelten als toxikologisch besonders bedenklich. „Wir brauchen dringend einen Wandel in der Landwirtschaft“, sagt Huxdorff. „Die schwarze Liste von Greenpeace kann dazu beitragen, die Lebensmittelproduktion schrittweise zu verbessern.“ gbr

Quelle: PM-Greenpeace: Schwarze Liste der gefährlichsten Pestizide