Haßfurt erste Eh da-Stadt in Franken

Haßfurt in Unterfranken beteiligt sich mit 45 Maßnahmen an der Initiative ‚Eh-da-Flächen für mehr Artenvielfalt‘. Erster Bürgermeister Günther Werner: ‚Dieses Maßnahmenpaket muss nicht das Ende der Fahnenstange sein.‘

KM-HP-Haßfurt erste Eh da-Stadt  © FML e. V.
KM-HP-Haßfurt erste Eh da-Stadt © FML e. V.

Eh da-Flächen sind definiert als Flächen in der offenen Landschaft, die bisher weder gezielt ökologisch noch landwirtschaftlich oder für Zwecke des Naturschutzes genutzt werden. Sie sind also „eh da“. Dies können Straßenböschungen und Wegränder, Verkehrsinseln, Bahndämme, Geländestufen, Grasflächen oder krautige Saumstrukturen sein. Sie sind in der Regel in kommunalem Besitz. Das durchschnittliche Eh da-Potenzial in Deutschland liegt je nach Landschaftstyp zwischen zwei und sechs Prozent.   Eh da-Projekte bedürfen – so wie in Haßfurt praktiziert – der Zusammenarbeit mehrerer Beteiligter. Im Mittelpunkt der Initiative steht in der Regel die Kommune. Kerstin Krohn vom Forum Moderne Landwirtschaft e. V. (FML) konkretisiert: „Die Förderung der Vielfalt der Arten kann nicht allein von den Landwirten gestemmt werden. Artenvielfalt geht uns alle an. Das Eh da-Konzept kann nur aufgehen, wenn Flächenbesitzer, politische Akteure, kommunale Vertreter und Landwirte gemeinsam an einem Strang ziehen.“   Die Gemeinde Haßfurt in Unterfranken beteiligt sich an der bundesweiten Initiative. „In Haßfurt wird deutlich, wie Standortvielfalt und Artenvielfalt sinnvoll zusammenspielen. Auf den Mainwiesen am Tränkberg wird die Anlage von Blühstreifen kombiniert mit Staffelmahd und neuen Strukturen zum Nisten“, so der Geowissenschaftler Dr. Matthias Trapp. Zu den weiteren Maßnahmen zähle der Bau von Insektenhotels – zum Beispiel „Am Ziegelbrunn“ – und die Pflege von Rohbodenflächen. Haßfurts Erster Bürgermeister Günther Werner ergänzt: „Wir erhoffen uns von der Optimierung von Eh da-Flächen zusätzliche Trittsteine und Verbindungskorridore.“ Als Eigentümerin zahlreicher Flächen auch im Außenbereich Haßfurts könne die Stadt auch dort aktiv werden.     Das Eh da-Projekt in Haßfurt wird von landwirtschaftlicher Seite aktiv unterstützt. Klaus Merkel, Betriebsleiter von Gut Mariaburghausen: „Mich überzeugt der Projektansatz, mit einfachen Mitteln mehr geeignete Lebensräume für Bestäuberinsekten zu schaffen. Wir haben deshalb auf der West- und Ostseite der Ausstellungsfläche Saumstreifen angelegt.“ Günther Werner, Klaus Merkel, Dr. Matthias Trapp und Kerstin Krohn stellten das Projekt heute auf den DLG-Feldtagen vor.     Quelle: PM Forum Moderne Landwirtschaft e. V. (FML) 15. Juni 2016 www.moderne-landwirtschaft.de