Herausforderungen für die Bienen(wissenschaft)

Hohe Völkerverluste und Diskussionen über die Ursachen bestimmen die Nachrichten über Bienen. Eine Sonderbeilage des Wissenschaftsmagazins Nature, gesponsert von der Firma Bayer CropScience AG, stellt nun die Breite der Bienenbiologie in den Fokus.

Titel der Nature-Sonderausgabe Bienen
Titel der Nature-Sonderausgabe Bienen © www.nature.com

Bis auf das Vorwort vom Vorstandsvorsitzenden Liam Condon ist allerdings keine Einflussname des Chemie-Riesen auf die Inhalte der Beiträge erkennbar, für diese zeichnen Wissenschaftsjournalisten verantwortlich.

Honigbienen und ihre soziale Organisation geben z. B. Auskunft darüber, wie komplexe biologische Systeme funktionieren. Sie dienen als Modell für soziales Verhalten, das nicht von einer zentralen Stelle aus geregelt wird. Die Untersuchung des Bienenflugs hilft bei der Entwicklung autonomer Flugobjekte (bezeichnenderweise „Drohnen“ genannt) und hilft die Leistung von Flugzeugen zu verbessern. Die Faszination, die von Bienen ausgeht, wird in einem Interview mit Charles Michener klar, der sich seit über 80 Jahren mit Bienen beschäftigt.   Die Völkerverluste und ihre Ursachen bleiben aber nicht außen vor: Sieben Wissenschaftler wurden zu ihrer Meinung über die größten Risiken für Bienen befragt. Hier wird z.B. bemängelt, dass Imker zu wenig gehört werden. Für bereits erkannte Ursachen für Völkerverluste wie die Varroamilbe, Pflanzenschutzmittel (PSM) und Mangel an blühenden Pflanzen gibt es zu wenig praktische Lösungen. Ein weiterer Wissenschaftler fordert mehr staatliche Förderung von landwirtschaftlicher Forschung, um unabhängiger von Industrieinteressen zu sein. Weitere Fragen sind, wie sich Mischungen verschiedener PSM auf die Bienen auswirken und ob die Effekte durch Krankheiten oder ungenügende Ernährung verstärkt werden. In einem weiteren Artikel werden die Zusammenhänge zwischen Neonikotinoiden und Völkerverlusten beleuchtet.   Schließlich beschäftigt sich das Heft auch mit den Wildbienen, die den Großteil der etwa 25.000 Bienenarten weltweit stellen. Die größte Vielfalt findet sich in Regionen mit mediterranem Klima, wie die Mittelmeerregion, Südafrika oder Chile. Um diese Vielfalt zu schützen, muss man sie kennen. Etwa 5.000 Bienenarten sind laut Schätzungen noch nicht beschrieben und leider sind auch Bienentaxonomen vom Aussterben bedroht. Download der Nature-Sonderausgabe hier
Dr. Claudia Garrido www.bee-safe.eu