Hobos im Herz des Biens

Die Online-Studien an Honigbienen im Hobos-Projekt von Prof. Tautz betreten Neuland. Im oberbayerischen Münchsmünster soll nämlich ein Bienenvolk im Naturwabenbau nach allen Regeln der Sensorkunst beobachtet werden. Das Volk wird in einem Häuschen ohne Fenster wie in einer natürlichen Höhle siedeln.

Bienenvolk mit Naturwaben
Bienenvolk mit Naturwaben © Helga R. Heilmann

Prof. Tautz: „Das ist eine einzigartige Ausgangslage, denn die Bienen leben hier völlig ungestört im Dunkeln. Wir können aber Bewegungen, Geräusche und jedwede Änderung auch mit Hilfe eines Roboterarms digital aufzeichnen.“ Tautz weiter: „Typisch war bisher der Einsatz eines sog. Beobachtungsstockes, in dem zwei Bienenwaben senkrecht übereinander angeordnet durch eine Glasscheibe im hellen Licht beobachtet werden können. So wurde u.a. der allergrößte Teil der bisherigen Arbeiten zur Tanzkommunikation der Bienen durchgeführt.

Beide bisher in Würzburg und Bad Schwartau eingesetzten Bienenvölker sind in Zargen und auf Wabenrähmchen untergebracht, wie sie zur Bienenhaltung etabliert sind. So lernen wir sehr viel über Vorgänge im Bienenvolk unter diesen Haltungsbedingungen. Allerdings sind wir mit dieser Bienenhaltung doch um einiges von den natürlichen Zuständen entfernt. Einen neuen weiteren Schritt gehen wir nun gemeinsam mit der Audi Stiftung für Umwelt – mit Smart HOBOS. Hier dürfen die Honigbienen ihr Nest komplett frei errichten und so nutzen, wie es sich aus dem Superorganismus heraus entwickeln wird.

Im Dauerdunkel wird der Bien durch eine Vielzahl an Sensoren und abbildende Systeme beobachtet, die zum Teil auf einem steuerbaren Roboterarm montiert sind, um so jeden Winkel des Bienennestes ausforschen zu können. Das Grundprinzip von HOBOS, ein frei zugängliches Forschungslabor im Internet zu sein, wird auch für Smart HOBOS gelten.“ Die Audi-Umweltstiftung unterstützt das Forschungsprojekt in den kommenden drei Jahren mit einer halben Million Euro.

Quelle: PM Hobos Kristina Vonend