Honigrichtlinie schützt Gentechnik

Am 12. Juni 2015 musste der Bundesrat EU-Recht umsetzen und eine Änderung der Honigrichtlinie beschließen. Verbraucher sollen nach langem Hin und Her nicht erfahren, ob gentechnisch veränderter (gv) Pollen im Honig enthalten ist.

Genpollen im Honig nicht ennzeichnungspflichtig
Genpollen im Honig nicht ennzeichnungspflichtig © Gilbert Brockmann

Der Bundesrat fordert dabei sogar selbst, dass deutscher Honig frei von gv-Pollen bleibt. Das ginge jedoch nur, wenn in ganz Deutschland der Anbau von gv-Pflanzen untersagt wird. Die Bundesländer sollen jedoch einzeln über ein Anbauverbot von Gentechnik entscheiden.    Imker warnen vor solch einem Flickenteppich. Bienen erkennen weder Ländergrenzen, noch ob es sich um gv- oder um natürliche Pflanzen handelt. „Wenn heute ein Glas Kanadischer Genrapshonig nach Europa importiert wird, muss er nicht gekennzeichnet werden“, sagte Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes. Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufsimkerverbandes ergänzt: „Nach der neuen Rechtslage haben Bienen anscheinend die Fähigkeit, Genpollen durch den Eintrag in den Honig in ein natürliches Produkt zu verwandeln. Das glauben weder Verbraucher noch der Bundesrat.“ Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes warnt: „Verbraucherschutz à la Brüssel bedeutet offensichtlich Schutz der Gentechnikindustrie vor dem Verbraucher“.   Gilbert Brockmann