Imkerhoffnung Silphie

Forschungsreise in die US-Prärie – Suche nach der „Durchwachsenen Silphie“. Sie ist eine vielversprechende Nutzpflanze der Zukunft.

Christian Wever / HHU
Christian Wever / HHU


Silphium perfoliatum
L., die „Durchwachsene Silphie“ oder „Becherpflanze“, ist eine mit den Sonnenblumen verwandte Blütenpflanze. Sie war schon bei den nordamerikanischen Prärieindianern eine geschätzte Heilpflanze, unter anderem als heilende Wundauflage. Gerade in der ehemaligen DDR war sie bei Imkern sehr beliebt, weil sie robust ist und eine lange Blütephase hat. Dennoch fristete diese Pflanze lange Zeit ein Nischendasein.   Die „Durchwachsene Silphie“ stammt ursprünglich aus der US-amerikanischen Prärie, wo es heute noch eine große Zahl unterschiedlicher Wildformen gibt. In Europa gibt es nur sehr wenige Arten, sodass auch Kreuzungsmöglichkeiten – etwa zur Erhöhung der Biomasseproduktion – sehr begrenzt sind. Am 5. September 2016 startet Christian Wever vom Institut für Entwicklungs- und Molekularbiologie der Pflanzen zusammen mit dem Masterstudenten Lukas Becker zu einer Forschungsexpedition in die USA. Mit Mietwagen und Zelt ausgerüstet, bereisen die beiden Wissenschaftler bis zum 17. Oktober rund 25 Standorte. Ihr Ziel: Vorkommen von Wildformen der „Durchwachsenen Silphie“ finden. Sind sie erfolgreich, werden sie Samen sammeln und die genauen Standorte der gefundenen Silphien inklusive ihrer Nachbarpflanzen und die Bodenbeschaffenheit beschreiben. Die aus den Samen anschließend in Deutschland gezogenen Pflanzen sollen Aufschluss über die Herkunft des in Europa vorhandenen Materials liefern und in ein Zuchtprogramm einfließen.

Start der Reise ist der Botanische Garten in Chicago, der auch bei den rechtlichen Formalitäten zur Ausfuhr von Samen in die EU helfen wird. Von dort aus bereisen Wever und Becker ein großes Gebiet von den Großen Seen im Norden bis nach Mississippi im Süden, New York im Osten und Kansas im Westen. Sie werden dabei auch Indianerreservate besuchen. Doch wie stellen die jungen Wissenschaftler ihre Route zusammen? „Es gibt eine sehr gute, online abrufbare Quellenlage in Form von Herbarbelegen“, erläutert Wever. Die Fundorte dieser meist in Botanischen Gärten archivierten getrockneten Pflanzen sind in Online-Datenbanken recherchierbar und teilweise sogar schon mit Google-Maps verknüpft.

Quelle und mehr: PM-idw: Forschungsreise in die US-Prärie (Arne Claussen)

Reiseblog: Silphium Sammelreise USA