Imkerverbände begrüßen GVO-Anbauverzicht

Vergangene Woche gab das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bekannt, dass mehrere Konzerne auf den Anbau von sechs gentechnisch veränderten Maissorten auf deutschen Äckern verzichten werden. Die deutschen Imkerverbände begrüßen diese Nachricht.

Der Maisanbau in Deutschland bleibt gentechnikfrei.
Der Maisanbau in Deutschland bleibt gentechnikfrei. © Christian Fischer CC 3.0

Denn die meisten Menschen wollen weder gentechnisch veränderten Organismen (GVO) im Honig noch in anderen Lebensmitteln. Jedoch ist das Problem mit dem aktuellen Anbauverzicht weder vom Tisch noch vom Teller. Der Verzicht auf den Anbau bestimmter Sorten GVO Mais durch die Saatgut-Konzerne im Rahmen der sogenannten Opt-out-Regelung, ist ein großer Erfolg des langjährigen Widerstandes gegen den Anbau. Das Verfahren ist aber unbefriedigend. Der Staat wird dadurch zum Bittsteller gegenüber den Konzernen und abhängig vom Wohlwollen der Unternehmen.   „Nur durch ein generelles bundesweites GVO-Anbauverbot lässt sich verhindern, dass deutscher Honig frei von  gentechnisch veränderten Pollen bleibt“, sagt Thomas Radetzki vom Verein Mellifera e. V.. Zumal die Verbraucher heutzutage gar nicht mehr erfahren, ob ihr Honig gentechnisch verändert ist oder nicht. Durch eine Änderung der EU-Honigrichtlinie im vergangenen Jahr gilt Pollen nun als natürlicher Bestandteil von Honig und muss nicht gekennzeichnet werden. Damit reagierte die EU-Kommission auf das vom „Bündnis zum Schutz der Bienen“ erwirkte Urteil des EuGH, um dafür zu sorgen, dass der Anbau von Gentechnik nicht durch das Recht der Honigkunden auf gentechnikfreien Honig behindert wird.     Bei der allgemeinen Freude über den Anbauverzicht wurde nicht zur Kenntnis genommen, dass Deutschland als einziger EU-Staat selbst eine Ausnahme vorgeschlagen hat, durch die ein GVO-Anbau erfolgen kann: Die deutsche Bundesregierung gestattet den Anbau zu Forschungszwecken. Dieser erfolgt jedoch nicht im Rahmen einer genehmigungspflichtigen Freisetzung und entsprechender Information der Nachbarn, denn es handelt sich ja um eine in der EU zugelassene Pflanze. „Es sei in diesem Zusammenhang nur an den wissenschaftlich zweifelhaften Erprobungsanbau durch Forschungseinrichtungen im Freistaat Bayern erinnert, der erst nach heftigen Protesten von Bürgern, Landwirten, Imkern und nicht zuletzt der von unserem Bündnis geführten rechtlichen Auseinandersetzung beendet wurde“, so Walter Haefeker vom Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund DBIB.     Der Verzicht der Unternehmen gilt zudem nur für die sechs Gentechnik-Maispflanzen, die zurzeit auf eine Anbaugenehmigung warten. Kommen neue Pflanzen hinzu, können Deutschland oder andere EU-Länder auch diese entweder per Aufforderung zur freiwilligen Selbstbeschränkung der Saatgut-Konzerne (sogenannte Phase 1 des Opt-out) oder per Verbot (Phase 2) ausschließen. Um die Verbote aussprechen zu können, müssen sich Bund und Länder allerdings einigen, wie sie die EU-Vorgaben in deutsches Recht übersetzen wollen. Bislang beharrt Schmidt darauf, die Länder mit in die Pflicht zu nehmen, während diese eine einheitliche Entscheidung des Bundes vorziehen.     Quelle: PM Mellifera e.V. am 16.11.2015 (Sarah Bude)