Invasive Zickzack-Blattwespe auf dem Vormarsch

Die eingewanderte Zickzack-Blattwespe breitet sich rasch in Deutschland aus. Das Insekt mit den charakteristischen Fraßspuren legt dabei Strecken zwischen 50 und 90 Kilometern im Jahr zurück. Ein Befall durch den Schädling kann zu völligem Kahlfraß an Ulmen führen.

Die charakteristischen Fraßspuren der Zickzack-Blattwespe Aproceros leucopoda.
Die charakteristischen Fraßspuren der Zickzack-Blattwespe Aproceros leucopoda. © Gyorgy Csoka CC 3-0

Die Zickzack-Blattwespe heißt, wie sie frisst: Mal nach rechts, mal nach links beißen sich die Larven von Aproceros leucopoda durch die Blätter und erzeugen so ihre charakteristischen Fraßspuren. Erstmals wurden die ursprünglich aus Ostasien stammenden Insekten vor fünf Jahren in Deutschland gesichtet. „Damals waren die Tiere aber nur vereinzelt im südöstlichen Bayern zu finden“, erzählt Dr. Stephan Blank vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg und fährt fort: „Unsere aktuelle Untersuchung zeigt aber, dass sich die invasive Pflanzenwespe nun sowohl in Bayern als auch in weiten Teilen Ostdeutschlands ausgebreitet hat.“

Die bis zu einen Zentimeter langen Larven der Zickzack-Blattwespe fressen ausschließlich an Ulmen; ein Befall kann zu völligem Kahlfraß an den Laubbäumen führen. Schäden wurden sowohl in Wäldern als auch in Ortschaften und Gärten beobachtet, wo Ulmen als Zier- oder Alleebäume stehen. Die Befürchtungen der Senckenberg-Wissenschaftler, die bereits 2013 die Öffentlichkeit zur Meldung von Funden des Insektes aufriefen, haben sich bestätigt: Die Zickzackwespe breitet sich weiter in Deutschland aus. „Und das in einem – für ein nur 6 Millimeter kleines Tier – rasanten Tempo“, erläutert der Müncheberger Insektenforscher. Zwischen 50 und 90 Kilometer kann die Blattwespe im Jahr zurücklegen.

Dies und die Tatsache, dass sich die eingewanderten Insekten sehr schnell vermehren – die Zickzackwespe bringt bis zu vier Generationen im Jahr hervor – „wird schnell zu einer weiteren Ausbreitung führen“, prophezeit Blank. Ulmen sind in vielen Regionen Europas bereits vom sogenannten „Ulmensterben“, einer aggressiven Pilzinfektion, betroffen. Um dem Sterben vorzubeugen, wurden resistente Ulmen gezüchtet, die häufig als Zierde entlang von Straßen oder in Parks angepflanzt werden. „Doch auch vor diesen Zuchtbäumen macht die Zickzack-Blattwespe nicht halt“, weiß der Entomologe aus Müncheberg. Die heimische Flatterulme Ulmus laevis bleibt dagegen von den gefräßigen Larven meistens verschont – „warum, weiß bisher niemand“, ergänzt Blank.

Die aktuelle Verbreitungskarte und weitere Infos: http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=17858     Quelle und mehr: https://idw-online.de/de/news636442   Photocredit: Gyorgy Csoka Hungary Forest Research Institute, Bugwood.org