Kirschessigfliege: weiteres Bekämpfungsmittel zugelassen. Achtung: bienengefährlich!

„Mit der rasch erfolgten Zulassung von Piretro Verde durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) stehen zur Bekämpfung der Kirschessigfliege nun zwei wirksame Mittel zur Verfügung“, so Verbraucherminister Alexander Bonde (Baden-Württemberg) am 8. September.

Auf Antrag der Weinbauverbände hat das BVL kurzfristig eine Notfallzulassung für das Handelsprodukt Piretro Verde für die Kirschessigfliege erlassen. Dieses Produkt ist bereits für die Bekämpfung des Traubenwicklers zugelassen. Das Mittel hat nur einen Tag Wartezeit und könnte somit auch in spätreifenden Sorten eingesetzt werden. Das Mittel Piretro Verde hat wie SpinTor eine B1-Auflage (bienengefährlich). Bei allen Empfehlungen zur direkten Bekämpfung ist der Bienenschutz besonders zu beachten. Die Maßnahmen gemäß Bienenschutzverordnung sind mit den örtlichen Imkerverbänden beziehungsweise den Landesverbänden abzustimmen und die Runden Tische "Bienenschutz" sind zu informieren.   „Wir bedanken uns, dass das so rasch geklappt hat – nun haben die betroffenen Winzerinnen und Winzer die nötigen Werkzeuge in der Hand, um diesen unerwarteten Schädling zu bekämpfen. Sowohl SpinTor als auch Piretro Verde sind allerdings bienengefährlich, so dass bei der Anwendung spezielle Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden müssen. Es ist erfreulich, dass alle Beteiligten konstruktiv zusammenarbeiten, um den Weinjahrgang 2014 vor Schäden durch die Kirschessigfliege möglichst zu bewahren – ohne das Wohl der Bienen aus den Augen zu verlieren", sagte Verbraucherminister Alexander Bonde am Montag (8. September) in Stuttgart.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz empfiehlt Winzerinnen und Winzern, im Sinne einer auch weiterhin vertrauensvollen Zusammenarbeit im Einzelfall direkt mit betroffenen Imkerinnen und Imkern Kontakt aufzunehmen. Das unerwartete Auftreten der Kirschessigfliege im Land hat alle Beteiligten in Beratung, Forschung und die betroffenen Winzerinnen und Winzer in den vergangenen Tagen und Wochen stark gefordert. Die Lage ist nach wie vor angespannt, die Landesanstalten verfolgen die Entwicklung genau. Nach dem aktuellen Kenntnisstand sind zur optimalen Bekämpfung der Kirschessigfliege vorbeugende Maßnahmen wie eine Entblätterung der Traubenzone und das Entfernen abgeschnittener Trauben aus dem Weinberg, gegebenenfalls zusammen mit dem termingerechten Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, das am besten wirksame Verfahren. Zusätzlich hat die Landesverwaltung die Anträge beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) von Handelsunternehmen zum Parallelimport von Produkten mit demselben Wirkstoff aus dem Ausland unterstützt. Dies hat das BVL kurzfristig genehmigt.

Quelle: PM des MLR am 8. September 2014 gbr