Mit der „Aktion Grün“ das Insektensterben aufhalten

Das Tagpfauenauge ist einer der bekanntesten heimischen Schmetterlinge. Foto: G. Brockmann

„60 Prozent aller Wild-Bienenarten und 65 Prozent der Schmetterlinge sind gefährdet – auch der Zitronenfalter und das Tagpfauenauge werden immer seltener. Gerade die Studie zum Insektensterben hat im vergangenen Jahr einen dramatischen Rückgang der Biomasse von Insekten belegt“, so Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Veranstaltung „Aktion Grün: Insektensterben stoppen“ in Mainz. „80 Prozent unserer Kulturpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen – sie garantieren dadurch unsere Lebensgrundlage. Denn Rheinland-Pfalz sei als Land mit einem hohen Anteil an Obst- und Weinbau besonders auf die Bestäubung angewiesen und somit von einem weiteren Insektenrückgang in hohem Maße betroffen, so die Ministerin.
„In Rheinland-Pfalz haben wir bereits mit der „Aktion Grün“ die Weichen zum Handeln gestellt. Gemeinsam mit Partnern aus Naturschutz und Landwirtschaft, Gesellschaft und Kommunen sowie Verbänden haben wir ein Aktionsbündnis für mehr Artenvielfalt und Biotopschutz geschlossen. Mit der ,Aktion Grün‘ wollen wir das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten und unsere Naturräume, also Wiesen, Wälder und Gewässer, schützen. Rund 70 Prozent aller Tierarten sind Insekten, Amphibien oder Reptilien“, erläuterte Ministerin Höfken. Gleichzeitig dienen Insekten Vögeln oder Säugetieren auch als wertvolle Nahrungsgrundlage.

Die „Aktion Grün“ besteht aus neun Programmteilen. Mit dem Programmteil „Rheinland-Pfalz blüht“ fördert das Umweltministerium das Anlegen von artenreich bepflanzten Blühstreifen. Auch die Bäuerinnen und Bauern im Land werden finanziell dabei unterstützt, landwirtschaftliche Flächen mit Blühstreifen zu umsäumen. Denn Blühstreifen bieten insbesondere Schmetterlingen oder Bienen einen wichtigen Lebensraum.
Der Ökolandbau leiste durch den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel wie Herbizide einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Insekten, führte Höfken aus. Durch vielfältige Fruchtfolgen werde beim Ökolandbau außerdem die Bodenfruchtbarkeit erhalten und das Bodenleben gefördert. Höfken unterstreicht: „Rund zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche – etwa 70.000 Hektar – werden in Rheinland-Pfalz bereits ökologisch bewirtschaftet. Das ist fast eine Verdoppelung gegenüber 2010.“

Das Förderprogramm für Kommunen „Leuchten für den Klimaschutz“ zielt auf Insektenschutz. Eine LED-Straßenbeleuchtung spart Energie und Licht. „Der Vorteil: Durch die geringen Streuverluste ziehen LED-Leuchten bis zu 83 Prozent weniger Insekten an“, sagte die Umweltministerin. Experten schätzen, dass in Deutschland bei einer dreimonatigen Flugperiode durch weißes Straßenlicht etwa 91 Milliarden Insekten getötet werden.

Mehr Infos: https://mueef.rlp.de/de/themen/naturschutz/aktion-gruen/

Quelle: PM vom 9. März 2018