Neue Bienenprofessorin in Würzburg

Die faszinierende Welt der Honigbienen hat dafür gesorgt, dass Ricarda Scheiner nach dem Studium nicht Lehrerin, sondern Forscherin wurde. Seit diesem Semester ist die 42-Jährige Professorin am Biozentrum der Universität Würzburg.

Die Bienenexpertin Ricarda Scheiner ist neue Professorin am Biozentrum der Uni Würzburg.
Die Bienenexpertin Ricarda Scheiner ist neue Professorin am Biozentrum der Uni Würzburg. © privat

„Das Biozentrum bietet mir ideale Voraussetzungen“, sagt die neue Professorin am Lehrstuhl für Verhaltensphysiologie und Soziobiologie (Zoologie II) der Universität Würzburg: „Hier arbeiten sehr viele andere Arbeitsgruppen an Insekten, hier ist die technische Ausstattung auf hohem Niveau.“ Zudem ergänze das breite Methodenspektrum am Lehrstuhl ihre bisherigen Ansätze ganz ausgezeichnet. Nicht zuletzt habe sie schon in den ersten Wochen festgestellt, dass das Arbeitsklima hier „äußerst freundlich und kooperativ“ sei. Als weiteren Pluspunkt sieht sie die Bienenstation der Uni. „Sie bietet die perfekten Voraussetzungen für die Verhaltensbeobachtung und die Forschung an frei fliegenden Bienen“, freut sich Scheiner.

In der Lehre wird Ricarda Scheiner die Verhaltensphysiologie und die Soziobiologie mit Vorlesungen, Seminaren und Praktika vertreten. „Ich möchte den Studierenden vor allem die Chance geben, praktisch mit Bienen zu arbeiten. Sie sollen eigene Experimente planen und durchführen und so den Forschungsalltag kennenlernen.“
Neben den Biologiestudierenden möchte sie auch die Lehramtsstudierenden für die Bienenforschung begeistern. Die angehenden Lehrkräfte will sie besonders dazu ermuntern, die Honigbiene als Lehr- und Lernobjekt an die Schulen zu bringen.

Ricarda Scheiner, 1972 in Berlin geboren, hat an der Technischen Universität (TU) ihrer Heimatstadt Biologie und Englisch fürs Lehramt studiert. Schon in ihrer Staatsexamensarbeit untersuchte sie das Verhalten von Bienen und war davon völlig fasziniert. Darum beschloss sie, nicht Lehrerin zu werden, sondern Forscherin.
In ihrer Promotion an der TU Berlin untersuchte sie die Gründe für individuelle Unterschiede im Lernverhalten von Honigbienen.

Zentrale Experimente der Arbeit führten sie dabei an die University of California in Davis (USA). Für ihre 2001 vorgelegte Doktorarbeit erhielt sie den Joachim-Tiburtius-Preis der drei Berliner Universitäten. Danach erforschte Scheiner an der TU weiterhin das Lernverhalten von Bienen und die Bedeutung der sensorischen Schwelle für die Arbeitsteilung. Hinzu kam die Untersuchung der molekularen Mechanismen des Verhaltens. 2007 habilitierte sie sich im Fach Zoologie; 2009 wechselte sie als Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft an die Universität Potsdam. Von dort kam sie zum 1. Oktober 2014 als Professorin für Neuroethologie der Arthropoden nach Würzburg.

Quelle und viele Infos: http://idw-online.de/de/news617442   gbr