Neue Erkenntnisse zur Nektarproduktion

Die Evolution hat eine unglaubliche Vielfalt von Blütenpflanzen und sie bestäubender Insekten hervorgebracht. Damit die Pflanzen die potenziellen Pollenüberträger anlocken und für ihre Dienste belohnen können, haben sie spezielle Organe entwickelt. In den sogenannten Nektarien werden die im Nektar enthaltenen Zuckermoleküle produziert. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena haben zusammen mit Kollegen aus Stanford und Duluth (USA) den Zuckertransporter identifiziert, der eine Schlüsselrolle bei der pflanzlichen Nektarproduktion spielt.

Mithilfe von SWEET9 wird Zucker in außerzelluläre Bereiche der Nektarien transportiert und abgesondert. Bei der Evolution von Blütenpflanzen, die ihre Bestäuber mit süßem Nektar anlocken und belohnen, könnte also SWEET9 eine entscheidende Rolle gespielt haben. (Nature, 16. März 2014, doi: 10.1038/nature13082)     Die Forscher haben in den Nektarien mit modernsten Analysemethoden nach Transporter-Proteinen für den Zuckertransport gesucht. „SWEET-Transporter sind wichtig für die innerpflanzliche Weiterleitung der Fotosynthese-Produkte von den Blättern in die Samen. Wir glauben, dass der nektarielle Zucker-Transporter SWEET9 etwa zu der Zeit entstanden ist, als sich die ersten Blütennektarien bildeten. Dieser Prozess ist möglicherweise ein entscheidender Entwicklungsschritt im Pflanzenreich gewesen: Durch das Anlocken und Belohnen von Bestäubern konnte die enorme genetische Vielfalt der Pflanzen entstehen“, fasst Studienleiter Frommer zusammen.

Quelle und weitere Details: http://idw-online.de/de/news577507   gbr