Neue Professorin als Meilenstein der Biodiversitätsforschung

Hochrangiger Zuwachs für Biodiversitätsforschung: die Humboldt-Professorin Tiffany Knight wurde nach Halle berufen. Insbesondere befasst sie sich mit Interaktionen zwischen Pflanzen, Mikroorganismen, Bestäubern und pflanzenfressenden Tieren.

Tiffany Knight
Tiffany Knight © MLU / Markus Scholz

Tiffany Knight zählt zu den international renommiertesten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der biologischen Invasionen und der Biodiversitäts-Synthese, die mit großen Datenmengen arbeitet. Insbesondere befasst sie sich mit Interaktionen zwischen Pflanzen, Mikroorganismen, Bestäubern und pflanzenfressenden Tieren. Dabei verbindet sie unterschiedliche methodische und theoretische Ansätze, beispielsweise aus der Populationsbiologie und der evolutionären Forschung. An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) wird sie die Professur für „Räumliche Interaktionsökologie“ innehaben und gleichzeitig dem Department für Biozönoseforschung (das ist die Erforschung der Lebensgemeinschaften von Lebewesen innerhalb eines Biotops) am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) angehören.

„Ich freue mich sehr auf meine Stelle in Deutschland. Das ist eine große Ehre“, sagt Knight. „Meine drei künftigen Arbeitsstellen sind sehr spannend: Das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig ist eines der wichtigsten Forschungszentren für Biodiversität überhaupt. Hier werden weltweit führende Projekte umgesetzt. Die Arbeit des UFZ kombiniert Forschung mit konkreter Anwendung. Es ist faszinierend, wie hier aus der Umweltforschung Lösungen für die Gesellschaft entwickelt werden. Die Uni Halle hat eine sehr lange Forschungstradition im Bereich der Vegetationsökologie. Ich arbeite selbst auch mit den historischen Daten aus Halle und versuche, daraus Erkenntnisse für die Gegenwart zu gewinnen.“

Knight ist bereits die dritte Professorin der Uni Halle, die eine Alexander von Humboldt-Professur – Deutschlands höchstdotierten internationalen Forschungspreis – erhält. Die Humboldt-Stiftung fördert Knights Professur an der MLU für fünf Jahre mit fünf Millionen Euro. Knights Forschung zeichnet aus, dass sie die Interaktionen auch über verschiedene Ökosysteme und verschiedene räumliche Skalen hinweg untersucht. Sehr beachtet wurden ihre Arbeiten zu der Bedeutung biologischer Invasionen für die native Biodiversität. Ihre Übersichtsanalysen, die zahlreiche Arten und verschiedene Ökosysteme einbezogen haben, trugen dazu bei, die Seltenheit von Arten global zu verstehen, und gelten als Meilenstein der Biodiversitätsforschung.   Quelle: https://idw-online.de/de/news644855 (Tom Leonhardt)