Ökologische Schädlingsbekämpfung: Schlupfwespen aus der Dose

Sie ist lediglich einen Millimeter klein, kann jedoch Großes für die Landwirtschaft bewirken: Die Lagererzwespe. Die biologische Bekämpfung des Kornkäfers mit der Lagererzwespe ist bereits ein gut etabliertes und erfolgreiches Verfahren. Um dieses weiter zu optimieren, haben Hohenheimer Wissenschaftler die so genannte Hohenheimer Zuchtbox entwickelt

Die Ausmaße des Schadens, die Kornkäfer bundesweit anrichten, sind bisher noch nicht genau erfasst. „Wenn der Schädling sich allerdings erstmal in einem Lager breit gemacht hat, kann es schnell zum Totalausfall der Getreideernte kommen“, erklärt Prof. Dr. Johannes Steidle, Leiter des Fachgebiets Tierökologie an der Universität Hohenheim.
Im Detail funktioniert die Schädlingsbekämpfung so: Die kaum einen Millimeter große Lagererzwespe sucht in gelagertem Getreide nach befallenen Weizenkörnern, durchsticht die Schale dieser Körner mit ihrem Stachel und zapft die Larve des Kornkäfers an, die im Weizenkorn schlummert, oder legt ihre Eier auf ihr ab.

Der große Vorteil der Hohenheimer Zuchtbox: Die Boxen mit den Lagererzwespen werden im Getreidelager aufgestellt. Darin wachsen die Lagererzwespen heran, schlüpfen vor Ort und strömen dann kontinuierlich aus – dem ungeliebten Kornkäfer auf der Spur. Die frisch geschlüpften Lagererzwespen sind dann besonders agil und angriffslustig. Damit haben wir die bisherige Schädlingsbekämpfung mit Lagererzwespen weiter optimiert“, erklärt Prof. Dr. Steidles Mitarbeiterin Steffi Niedermayer. Durch ein Sieb im Deckel verlassen die ausgewachsenen Lagererzwespen die Zuchtbox und schwärmen ins Getreidelager aus. Über den Geruchssinn spüren sie die Kornkäferlarven auf und befallen sie.

Quelle und mehr: http://idw-online.de/de/news595087

gbr