Ökotest-Schelte für Honig

„Schlechte Qualität: Pestizide, Schadstoffe, Gen-Technik“ steht auf der aktuellen Titelseite der Zeitschrift Ökotest. Ist auch deutscher Honig betroffen?

In der Novemberausgabe wurden Honige getestet.
In der Novemberausgabe wurden Honige getestet. © ÖkoTest

„Die Redaktion von Öko-Test hat in diversen Lebensmittelgeschäften, aber nicht auf Wochenmärkten eingekauft und 19 Honige untersuchen lassen. Für die Beurteilung hat die Redaktion eigene Maßstäbe gewählt, die sie auch im Bericht erläutert hat. Die Messwerte sind in dem Bericht nicht wiedergegeben“, so Dr. Werner von der Ohe vom Laves-Institut für Bienenkunde Celle in einer Stellungnahme vom 31.10.2014.

Aus diesen 19 Honigen empfiehlt Ökotest nur sechs Honige!

Nicht verkehrsfähig sind zwei Honige (Dr. Krieger’s Bienenhonig flüssig zu 2,29 Euro*) und Real Quality Sommerblütenhonig flüssig im Spender, immerhin 4,84 Euro*).

Ungenügend ist Marlene Blütenhonig goldklar, 2,39 Euro*, mangelhaft ist Allos feiner Blütenhonig im Spender, 8,56 Euro*.

In den fünf deutschen Honigen wurde der Pflanzenschutzmittelwirkstoff Thiacloprid nachgewiesen. Er kommt mit dem Präparat Biscaya in Rapshonige, weil er als „bienenungefährlich“ in die Blüte gespritzt werden darf. Dies ist ein echtes Problem für deutsche Honige. Allerdings wurden die gesetzlichen Höchstmengen nicht erreicht, das ist wiederum die relativ gute Nachricht für deutsche Imker dabei.

An PAs (Pyrrolizidin-Alkaloiden) und Genpollen fand sich in deutschen Honigen nichts, jedoch enthielten acht Importhonige PAs und sechs Importhonige Genpollen aus Soja.

Fazit: Honig ist ein Spiegel der Landschaft. Das macht ihn so großartig – das kann ihm aber auch zur Gefahr werden. Wo kann ich meine Bienen aufstellen und wo nicht? Das müssen deutsche Imker stärker denn je beachten und berücksichtigen.

*Die Preisangaben beziehen sich auf 500 Gramm.

gbr