Osteuropa: Gesetzlicher Vogelschutz lohnt sich

Vögel kennen keine nationalen Grenzen. Deshalb muss Vogelschutz international sein, jedoch besteht er meist auf nationaler Gesetzgebung. Während frühere Studien bereits den Nutzen des legislativen Vogelschutzes in Westeuropa und den Vereinigten Staaten untersucht haben, stellt eine neue Studie nun den Nutzen der Vogelschutz-Gesetzgebung in Osteuropa auf den Prüfstand.

Wachtelkönig (Crex Crex)
PWachtelkönig (Crex Crex) © Petr Šaj, birdphoto.cz

Die in der Wendezeit etablierte Gesetzgebung zum Vogelschutz in Osteuropa hat dazu beigetragen, den Rückgang der Bestände geschützter Vogelarten zu verringern. Das ist das Ergebnis einer Studie, die vor kurzem im Fachjournal Biological Conservation veröffentlicht wurde. Beteiligt waren Forschende der Universität Brno, des Frankfurter LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) sowie weitere Experten, z.B. die internationale Vogelschutz-Organisation BirdLife. Für die Untersuchung wurden Daten der Bestände geschützter und ungeschützter Vogelarten in zehn osteuropäischen Ländern (Tschechische Republik, Slowakei, Polen, Weißrussland, Litauen, Moldawien und Estland sowie Ungarn und Kroatien) ausgewertet. Die Daten lieferte die Vogelschutzorganisation BirdLife, die regelmäßig großräumig Populationsdaten von Vögeln in Europa zusammenträgt.

„Nationale Regelungen haben dazu beigetragen, den Rückgang geschützter Arten aufzuhalten. Insbesondere hat sich der Bestand geschützter Vogelarten in den Ländern positiv entwickelt, die mit großem Aufwand ausgewählte seltene oder charakteristische Vogelarten schützen“, so Professorin Katrin Böhning-Gaese, BiK-F. Artenschutz per Gesetz funktioniert also.

Ein Statusbericht von BirdLife zum Zustand europäischer Vogelarten, in den auch im Auftrag der Europäischen Kommission zusammengestellte neue Daten einfließen, wird zeigen, ob die in der vorliegenden Studie aufgezeigten Trends weiterhin gelten, und ob Europa sein Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt und den Rückgang der Ökosystemleistungen bis 2020 zu stoppen, erreichen kann. Die auf dem neuen Statusbericht basierende Rote Liste der Vögel Europas wird 2015 veröffentlicht.

Quelle und mehr Details: http://idw-online.de/de/news593208

gbr