Schlaf, Biene, schlaf
Neue Erkenntnisse zum Schlafverhalten von Honigbienen

Im Bienenstock herrscht strikte Arbeitsteilung. Das gilt auch für die Ruhephasen: Honigbienen schlafen nach Berufsgruppen getrennt, wie Forscher am Biozentrum der Uni Würzburg herausgefunden haben.

Die Aktivitäten in einem Bienenvolk sind bestens organisiert. Dabei halten die Insekten eine strikte Arbeitsteilung ein: Waben reinigen, Brut und Königin füttern, Wachs produzieren und Waben bauen, vor dem Stock Wache halten, Nektar und Pollen sammeln – all diese Aufgaben werden jeweils von bestimmten Gruppen erledigt.

Aber wie verhält es sich mit den Schlaf- und Ruhephasen? Handelt es sich dabei lediglich um ein Fehlen von Aktivität bei Bienen, die dort, wo sie sich gerade aufhalten, einfach nichts tun? Oder zeigt das Bienenvolk auch beim Schlafverhalten berufsgruppenspezifische Muster? Genau so ist es, wie die Biologen Barrett Klein, Martin Stiegler, Arno Klein und Jürgen Tautz von der Universität Würzburg und von der University of Wisconsin La Crosse (USA) in der Zeitschrift PLOS ONE berichten.

Junge Bienen, die im Innendienst eingesetzt sind, schlafen generell in leeren Zellen nahe beim Zentrum des Stocks, meistens im Brutbereich. Sie durchlaufen täglich mehrere Schlafphasen, die sich auf Tag und Nacht verteilen. „Im Brutbereich herrscht rund um die Uhr emsiges Treiben“, sagt Jürgen Tautz, „darum schläft es sich dort in leeren Zellen vermutlich am ungestörtesten.“ Wenn die Bienen vom Innen- zum Außendienst wechseln, verschieben sich ihre Schlafphasen allmählich. Tautz erklärt: „Je älter die Bienen werden, desto weniger schlafen sie. Als Sammelbienen zeigen sie einen deutlichen Tag-Nacht-Rhythmus im Schlafverhalten. Sie schlafen dann generell außerhalb von Zellen und näher am Rand der Waben. Dort dürften sie in der Nacht weitgehend ungestört sein.“     Quelle und mehr:
http://www.uni-wuerzburg.de/sonstiges/meldungen/single/artikel/schlaf-bi/ Originalpublikation:
http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0102316

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