Schweiz: Früherkennung Kleiner Beutenkäfer

Die Schweiz ergreift zusätzliche Maßnahmen zur Früherkennung des Bienenschädlings Kleiner Beutenkäfer. Verteilt über das ganze Land werden 180 Imkerinnen und Imker regelmäßig ihre Bienenvölker kontrollieren, um ein eventuelles Auftreten des Kleinen Beutenkäfers so rasch wie möglich zu erkennen. Das Programm wird vom Veterinärdienst Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Bienengesundheitsdienst und der Imkerbranche durchgeführt.

Kleiner Beutenkäfer Aethina tumida in einer Beute
Kleiner Beutenkäfer Aethina tumida in einer Beute © Marc Schäfer

Die am sogenannten APINELLA-Programm beteiligten Imkerinnen und Imker kontrollieren auf ausgewählten Bienenständen mithilfe einer Diagnosefalle alle Bienenvölker jede zweite Woche. Die Ergebnisse dieser Kontrollen werden von den Imkerinnen und Imkern mit einer spezifischen Applikation in einer zentralen Datenbank hinterlegt. Die Analyse dieser Daten ermöglicht es, zum einen jederzeit einen Überblick über die Situation in den Regionen zu haben und zum anderen bei einem Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer der Situation angepasste Maßnahmen ergreifen zu können.

Ferner ist jeder Verdacht auf einen Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer der zuständigen kantonalen Veterinärbehörde zu melden. Die Datenerhebung dauert bis zum Herbst, also bis die Flugsaison der Bienen zu Ende geht. Anschließend wird das Programm ausgehend von der Verbreitung des Kleinen Beutenkäfers in Europa und je nach aktueller Situation in der Schweiz neu beurteilt werden.

Seit dem Auftreten des Kleinen Beutenkäfers im September 2014 in Süditalien besteht eine erhöhte Gefahr, dass er auch in die Schweiz eingeschleppt wird. Angesichts der raschen und schwer erkennbaren Verbreitung dieses Schädlings müssen die Imkerinnen und Imker bei Importen größte Vorsicht walten lassen. Es ist untersagt, Bienen, Imkereierzeugnisse und -material aus Sizilien und Kalabrien einzuführen. Diese Vorsichtsmaßnahmen entsprechen jenen der Europäischen Kommission. Wie bereits heute ist für jede Einfuhr von Honigbienen und/oder Hummeln aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union eine amtliche Gesundheitsbescheinigung erforderlich. Zudem zählt der Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer infolge einer Änderung der Tierseuchenverordnung seit dem 1. April 2015 in der Schweiz zu den bekämpfenden Seuchen.    Quelle:  Medienmitteilung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV in der Schweiz am 2.7.2015
    Was der Bienengesundheitsexperte Dr. Wolfgang Ritter zu Fragen von Lesern zum möglichen Auftreten des Kleinen Beutenkäfers bei uns erläutert, lesen Sie in der Augustausgabe von ADIZ / die biene / Imkerfreund.   gbr