Stadtnatur hautnah erleben

Wie lassen sich Kinder in der Großstadt für die Natur begeistern? Wie können Räume geschaffen werden, in denen sich die Natur hautnah und ohne künstliche Spielgeräte erleben lässt? Dem geht das Modellprojekt ‚Naturerfahrungsräume im Großstädten am Beispiel Berlin‘ nach.

„Wer als Kind die Chance erhält, Natur zu erfahren, wird sie auch als Erwachsener schätzen und schützen“, sagt Professorin Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. Die Menschen in der Stadt nutzen Naturangebote in der Stadt mehrmals im Monat oder häufiger. Sie schätzen dabei insbesondere den freien Zugang zu Parks und andere Grünanlagen. Das belegt die Naturbewusstseinsstudie 2015, die das Bundesamt für Naturschutz und das Bundesumweltministerium kürzlich veröffentlicht haben. „Diese Erkenntnisse bestärken uns in unserem Ziel, uns für eine positive Mensch-Natur-Beziehung einzusetzen, insbesondere bei der jungen Bevölkerung und den Menschen in der Stadt“, erklärt die BfN-Präsidentin.

Naturerfahrungsräume in der Stadt können zu einer positiven Mensch-Natur-Beziehung einen wichtigen Beitrag leisten. Denn sie erfüllen nicht nur stadtökologische, sondern auch soziale Anforderungen. Sie schaffen Freiräume für die Natur in dicht bebauten Arealen und auch für die Kinder, die sich durch den Kontakt zur Natur mental und sozial gut entwickeln können. „Deshalb wünschen wir uns, dass dieses Modell aus Berlin langfristig in vielen bundesdeutschen Großstädten Schule macht“, sagt Matthias Herbert, Leiter der Abteilung „Natur und Landschaft in Planungen und Projekten“ im BfN. „Als größte deutsche Stadt bot sich Berlin als Modellstandort für dieses beispielhafte Vorhaben an.“

Das Modellprojekt läuft bis Mitte 2018. Es wird von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde wissenschaftlich begleitet. Gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums, durch den Bezirk Pankow sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.


Quelle und mehr: https://idw-online.de/de/news653734 (Ruth Schedlbauer)