„Summendes Rheinland“ – ausgezeichnet!

Das Projekt „Summendes Rheinland – Landwirte für Ackervielfalt“ der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft wurde für seinen Einsatz zum Erhalt von Bestäubern in der Agrarlandschaft als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt geehrt.

Freuen sich über die Auszeichnung des Projekts "Summendes Rheinland" als UN-Dekade-Projekt (v.l.n.r.): Jochen Flasbarth, Friedhelm Decker, Dr. Heiko Schmied, Genevieve Maaßen und Thomas Muchow. Foto: Steffen Hogeback
Freuen sich über die Auszeichnung des Projekts „Summendes Rheinland“ als UN-Dekade-Projekt (v.l.n.r.): Jochen Flasbarth, Friedhelm Decker, Dr. Heiko Schmied, Genevieve Maaßen und Thomas Muchow.
Foto: Steffen Hogeback

Die Auszeichnung geht an Projekte, die sich auf nachahmenswerte Weise für die Förderung der Biodiversität in Deutschland engagieren. Ziel des Projekts „Summendes Rheinland“ ist es, die Lebensbedingungen für bestäubende Insekten in der Niederrheinischen Bucht, einer intensiv bewirtschafteten Region Nordrhein-Westfalens, zu verbessern. Blühende Säume und Zwischenfrüchte bieten Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen wertvollen Raum zur Nahrungssuche, Fortpflanzung und Überwinterung. Zudem bieten mit Nistmaterial befüllte Drahtgitterkörbe, so genannte Bestäuber-Gabionen, Nistplätze für in Hohlräumen nistende Wildbienenarten.

Für Staatssekretär Jochen Flasbarth ist das Projekt „Summendes Rheinland“ beispielgebend für den Naturschutz in der Agrarlandschaft. Friedhelm Decker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft: „Für unsere Stiftung ist diese Auszeichnung eine Bestätigung, dass wir mit unserer Arbeit den richtigen Weg eingeschlagen haben und dass speziell für die landwirtschaftliche Praxis konzipierte Naturschutzmaßnahmen einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft leisten.“
Gemeinsam mit Landwirten setzt sich das Projekt seit 2014 für ökologische Aufwertungen in der Agrarlandschaft ein. Denn wenn Raps und Obstbäume im Hochsommer verblüht sind, haben Bestäuber Schwierigkeiten Nahrung zu finden. Mit Hilfe der Anlage blühender Säume und Zwischenfrüchte wird das Nahrungsangebot über die gesamte Vegetationsperiode hinweg aufgewertet. Dazu säen teilnehmende Landwirte Blühstreifen aus regionalem Saatgut ein. Ergänzend werden nach der Ernte der Hauptfrucht blühende Zwischenfrüchte aus Kulturpflanzen ausgesät. Diese gelangen schnell zur Blüte und stellen so Pollen und Nektar zur Verfügung. Aber nicht nur Insekten profitieren vom zusätzlichen Pflanzenangebot. Im Winter nutzen viele Feldvögel und Säugetiere den Zwischenfrucht-Aufwuchs als Futterquelle und Schutz bietenden Lebensraum.

Diese im Projekt durchgeführten Maßnahmen sind auf andere Regionen übertragbar. Im Rheinland konnte bereits im letzten Jahr eine positive Bilanz des projektbegleitenden Monitorings von Wildbienen und Tagfaltern gezogen werden. So wurde mit der Zweizelligen Sandbiene (Andrena lagopus) eine neue Wildbienenart für Nordrhein-Westfalen entdeckt und mit der Blauschillernden Sandbiene (Andrena agilissima) eine seltene Wildbienenart auf den Projektflächen nachgewiesen.

 

Quelle und mehr: http://www.rheinische-kulturlandschaft.de